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Fußball-Verbandsliga Mitte: Hype in Dietkirchen – Tristesse in Dorndorf

Während auf allen Sportplätzen derzeit der Ball ruht, ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz von der Fußball-Hessenliga bis zu den Kreisligen C zu ziehen. NNP-Reporter Patrick Jahn blickt zurück und auch voraus. Heute: Die Verbandsliga Mitte mit dem TuS Dietkirchen und dem FC Dorndorf.
Schlugen mit ihren Teams unterschiedliche Richtungen ein: Thomas Weinand (FC Dorndorf. rechts) und Lukas Hautzel (TuS Dietkirchen) – hier beim 3:3 im Derby am 17. August 2016. Bilder > Foto: Thomas Klein (Sportfoto Klein) Schlugen mit ihren Teams unterschiedliche Richtungen ein: Thomas Weinand (FC Dorndorf. rechts) und Lukas Hautzel (TuS Dietkirchen) – hier beim 3:3 im Derby am 17. August 2016.
Limburg/Dornburg. 

„Ich bin kein Mann für eine Nacht“, antwortet Dietkirchens Trainer Thorsten Wörsdörfer auf die Frage, ob er auch in der Saison 2017/2018 auf der Trainerbank der Reckenforstler sitzen wird. Was der sympathische Ex-Profi damit meint? „Wir hatten uns bei den Verhandlungen für die laufende Spielzeit auf einen Zwei-Jahres-Vertrag verständigt, daher werde ich auch in der kommenden Saison die Verantwortung tragen.“ Dass der Coach derart gut gelaunt daherkommen würde, war vor der Saison wirklich nicht zu erwarten gewesen. Beinahe alle Stammspieler hatten den Verein verlassen, die 3. Mannschaft musste sogar abgemeldet werden. Keine Frage: Die Vermutung, dass es für den TuS Dietkirchen in dieser Saison sehr, sehr eng werden würde, kam nicht von ungefähr. Umso erstaunlicher, dass allen Unkenrufen zum Trotz zur Winterpause ein sensationeller vierter Tabellenplatz steht.

Extra: Gefährlich: Dankof und Kröner

Die besten Torschützen der Fußball-Verbandsliga Mitte: 1. Ivan Rebic (FC Eddersheim) 19 Tore; 2. Carlos Arsenio Sabino (VfB Wetter) 13 Tore; 3.

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Wie hat die Mannschaft das geschafft? Thorsten Wörsdörfer erklärt es: „Wir hatten eine super Vorbereitung. Die Spieler haben im Laufe der Zeit verstanden, welches Potenzial in ihnen steckt. Natürlich bestanden am Anfang gewisse Selbstzweifel und auch die Frage, ob wir mithalten können würden, doch als sich diese Zweifel gelegt hatten und ein toller Teamgeist entstanden war, hat die Truppe gezeigt, was sie kann.“ Als sogenannten „Türöffner“ bezeichnet der Trainer den verrückten 5:4-Sieg gegen den FC Dorndorf: „Da haben sie es kapiert. Wir hatten eine große Kulisse und haben einen für uns großen Erfolg gefeiert“, meint Wörsdörfer. Und dann griff ein Rädchen ins nächste; die Spieler waren in der Lage, das Positiv-Erlebnis weiter und weiter zu transportieren. Vor allem die Zeit von Mitte September bis Ende Oktober durfte als „goldener Oktober“ bezeichnet werden. Gleich sechsmal in Serie blieb der TuS Dietkirchen unbesiegt und kletterte in der Tabelle bis auf Rang fünf. Dass es bis zum Winter sogar zeitweise auf den 3. Platz nach oben ging, war einer gewissen Konstanz zu verdanken, denn bis zum Jahresende kamen lediglich noch zwei Niederlagen hinzu. Auch wenn für Thorsten Wörsdörfer – auch aufgrund berufs- sowie verletzungsbedingter Ausfälle – nicht alles rund lief, sieht der Langenhahner den Hauptgrund des Erfolgs im Zusammenhalt: „Jeder hat seine eigenen Interessen zurückgesteckt und die Mannschaft in den Vordergrund gestellt. Das war große Klasse.“

Bis Ostern 40 Punkte

Wie sieht die Zielsetzung für die Restsaison aus? Dass der TuS in Abstiegsnöte geraten könnte, erscheint ausgeschlossen. Thorsten Wörsdörfer: „Unser Minimalziel ist es, bis Ostern die 40-Punkte-Marke zu knacken. Ob es dann am Ende 45, 48 oder noch mehr Zähler werden, ist für mich zweitrangig, viel wichtiger wird es sein, dass wir die Spieler für die nächste Saison weiterentwickeln.“ Wie es dann im Sommer aussieht, bleibt abzuwarten. Sicher ist aber schon jetzt, dass aus dem eigenen Unterbau für die nächste Spielzeit eher weniger Spieler in den Verbandsliga-Kader stoßen werden. Alleine deswegen spricht Thorsten Wörsdörfer von einer spannenden Zeit: „Wie halten wir das Level? Wie sieht die Kadergestaltung aus? All das sind Fragen, mit denen wir uns beschäftigen werden, denn eine Fluktuation muss man immer auf dem Schirm haben.“ Sicher ist, dass Nils Haubrich nach der Winterpause berufsbedingt nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Nicht nur deswegen werden einige der „jungen Wilden“ um beispielsweise Oskar Stahl oder Dennis Leukel vermehrt ihre Chance bekommen. Der Coach jedenfalls wirkt angetan, wenn er vom TuS Dietkirchen spricht und nennt einen weiteren nicht zu verachtenden Aspekt: „Das ist ein Verein, wie es ihn selten gibt. Wir sind wie eine Familie, und das Erfolgsrezept liegt mit Sicherheit auch darin, wie man hier miteinander umgeht.“

Prekäre Lage in Dorndorf

Während also im Lager der Dietkirchener eitel Sonnenschein herrscht, überwiegt beim anderen Kreisvertreter, dem FC Dorndorf, derzeit Tristesse. Nach dem Aufstieg von der Gruppenliga 2013/2014 war der FC Dorndorf im Endklassement zunächst Achter, im vergangenen Jahr sogar Siebter. Dass es in dieser Spielzeit schwieriger werden würde, verstand sich nach den Abgängen einiger Leistungsträger von selbst. Dass die Mannschaft von Trainer Friedel Müller allerdings zur Winterpause mit 19 Punkten auf einem Abstiegsplatz (14.) stehen würde, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Zu den Gründen für die prekäre Lage sagt Friedel Müller: „Die Gründe sind vielfältig. Wir haben die Mannschaft vor der Saison verjüngt, zudem natürlich deutlich an Qualität verloren, daraus brauchen wir kein Geheimnis zu machen. Verluste der Marke Röhrig, Kim oder Neugebauer wiegen schwer, denn all diese Spieler haben viele Tore gemacht.“ Laut Friedel Müller liegt auch genau da ein weiteres Problem: „Uns fehlt zweifelsfrei die Durchschlagskraft in der Offensive. Daran müssen und werden wir arbeiten.“

Info: Rundentagung

Klassenleiter Matthias Bausch lädt die Vereinsdelegierten der Fußball-Verbandsliga Mitte zur Rundentagung am Samstag, 21. Januar, 11 Uhr, beim TSV Bicken ein.

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Als dann auch noch viele langwierige Verletzungen und personelle Probleme hinzukamen, war die Situation, in der sich die Dorndorfer nun befinden, fast schon schlüssig. Der erfahrene Übungsleiter bringt es auf den Punkt: „Wenn man mal weiter hinten in der Tabelle steht, verliert man Spiele, die man letzte Saison noch gewonnen hätte.“ Oftmals war die relativ unerfahrene FCD-Elf nach Rückständen kaum noch in der Lage, ein Spiel zu drehen. Doch der Coach denkt nicht ans Aufgeben und ist davon überzeugt, dass seine Truppe zurück in die Erfolgsspur finden wird: „Wir müssen uns stabilisieren, eine gute Vorbereitung absolvieren und in den Spielen eine top Einstellung zeigen. Dann werden wir den Klassenerhalt erreichen, davon bin ich überzeugt.“

Aufgrund der gefährlichen tabellarischen Situation für den Verein wird sich am Personal etwas tun, doch Friedel Müller will nichts kundtun, was noch nicht in Stein gemeißelt ist. Vor allem aber in der Offensive ist schon etwas Spektakuläres passiert: Michael Schmitz vom Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar wird dem Vernehmen nach ab dem Beginn der Vorbereitung für die Schwarz-Weißen auf Torejagd gehen.

Fehlstart vermeiden

Einen Fehlstart wie zu Beginn der Saison darf sich Dorndorf auf keinen Fall erlauben. Damals hatte der FCD mit einem Zähler aus fünf Spielen begonnen. Ähnliches muss zwingend vermieden werden. Mit den Auftritten gegen den FV Breidenbach und beim TSV Bicken warten direkt sogenannte „Sechs-Punkte-Spiele“ auf die Dorndorfer, die alles daran setzen werden, auch in der nächsten Saison der Verbandsliga anzugehören.

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