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Verbandsgericht: TuS Löhnberg: 7 Punkte weg

Von Aus einem ursprünglichen „Freispruch“ für den TuS Löhnberg vor dem Kreissportgericht Limburg-Weilburg wurde jetzt eine happige Strafe für den Oberlahn-Verein vor dem Verbandsgericht des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV). Eine komplette Kehrtwende.
Die „sportliche“ Justizia hat in zweiter und letzter Instanz gerichtet. Für den TuS Löhnberg sah das Urteil nicht ganz so gut aus. Die „sportliche“ Justizia hat in zweiter und letzter Instanz gerichtet. Für den TuS Löhnberg sah das Urteil nicht ganz so gut aus.
Limburg/Löhnberg. 

Nach dem jüngsten Urteil des Verbandsgerichts des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) werden die entsprechenden Meisterschaftsspiele der Kreisliga B Nord Limburg-Weilburg wie folgt gewertet: TuS Löhnberg – TuS Waldernbach 2 (9:0 am 20. August 2017) mit drei Punkten und 3:0 Toren für Waldernbach 2 sowie TuS Löhnberg – SG Hangenmeilingen/Niederzeuzheim (2:1 am 3. September 2017) mit drei Punkten und 3:0 Toren für Hangenmeilingen/Niederzeuzheim. Die Partie SG Weilmünster/Laubuseschbach – TuS Löhnberg (1:1 am 27. August 2017) wird wiederholt.

Was war passiert? Der Spieler E.S. (alle Namen sind der Redaktion bekannt) war in der Wechselphase I zunächst vom SV Allendorf zum TuS Waldernbach und kurz darauf zum TuS Löhnberg gewechselt. Dem TuS Löhnberg wurde die Spielberechtigung zwar erteilt, aber die Löhnberger hatten übersehen, dass es sich um einen zweiten Vereinswechsel innerhalb der Frist gehandelt hatte. Weil der TuS Waldernbach den Pass nicht innerhalb der Frist herausgegeben hatte, wurde dieser angefordert und die Spielerlaubnis zum 18. Juli erteilt.

Die Spielberechtigung wurde aber zwischenzeitlich von der Passstelle des HFV widerrufen und unter Berücksichtigung des § 120 Ziffer 1 b), Absatz 4 der Spielordnung (Spielerlaubnis beim Vereinswechsel von Amateuren), zum 29. November erteilt. In der Satzung heißt es wörtlich: „Bei einem weiteren Vereinswechsel während einer laufenden Wartefrist beginnt die aufgrund des weiteren Vereinswechsels erforderliche Wartefrist erst nach Ablauf der ersten Wartefrist; als Tag der Abmeldung gilt in diesem Fall der Tag nach Ablauf der ersten Wartefrist.“

Seinen „Freispruch“ hatte das Kreissportgericht unter Vorsitz von Guido Erwes nach der mündlichen Verhandlung am 29. September so begründet: „Zur Überzeugung des Sportgerichts steht fest, dass der TuS Löhnberg nicht hätte erkennen können oder erkennen müssen, dass die erteilte Spielgenehmigung für den Spieler E.S. nicht richtig war. Der beim TuS Löhnberg für die Spielerwechsel zuständige Vereinsmitarbeiter J.F. hatte bereits gegenüber der Passstelle erklärt, dass er sich auf die Richtigkeit der Spielgenehmigung verlassen habe.“ Der Vereinsvertreter des TuS Waldernbach habe jedoch erklärt, J.F. habe dies wissen müssen, weil er diesen darauf hingewiesen habe, dass ein zweimaliger Wechsel innerhalb der Wechselfrist nicht möglich sei.

Das Sportgericht dazu: „Dieser Hinweis war falsch, da ein zweimaliger Wechsel durchaus möglich ist. Lediglich die Fristen für die Spielberechtigung ändern sich. Somit konnte der TuS Löhnberg davon ausgehen, dass die erteilte Spielberechtigung richtig war. Dafür, dass der TuS Löhnberg bei der Beantragung der Spielberechtigung falsche Angaben gemacht hat, ergeben sich keine Anhaltspunkte.“

Ergo: Der TuS Waldernbach und die SG Hangenmeilingen/Niederzeuzheim gingen in die Berufung. Das Sportgericht des HFV unter Vorsitz von Andreas Dietzel (Hammersbach) gab den beiden Antragstellern Recht. Nach detaillierter Prüfung der Abläufe heißt es in der ausführlichen Begründung des Richtergremiums: „Aufgrund des festgestellten Sachverhaltes steht nach Überzeugung der Kammer fest, dass sich der TuS Löhnberg des fahrlässigen Einsatzes des nicht spielberechtigten Spielers E.S. gemäß § 31 Nr. 1 und 5 Strafordnung in mindestens drei Fällen aufgrund des Einsatzes in den Verbandsspielen am 20. und 27. August sowie am 3. September strafbar gemacht hat, weil aufgrund der den Vereinsverantwortlichen zur Verfügung stehenden Informationen und ihrer Sachkenntnis sich die Unwirksamkeit der irrtümlich ab dem 18. Juli 2017 erteilten Pflichtspielberechtigung aufdrängen musste.“

Sechsmonatige Wartezeit

Ohne Zweifel liege ein Irrtum der Passstelle vor, räumt das Sportgericht ein. Da der Spieler E.S. sein letztes Pflichtspiel für den SV Allendorf am 28. Mai 2017 bestritten habe, berechnet sich die Freigabe für Pflichtspiele demnach bei Zugrundelegung einer sechsmonatigen Wartezeit auf den 29. November 2017. „Dass der Spieler E.S. demzufolge eine Pflichtspielberechtigung nicht bereits ab dem 18. Juli 2017 und demnach schon unmittelbar nach dem Vereinswechsel für den TuS Löhnberg haben konnte, musste sich den Vereinsverantwortlichen T.E. und J.F. aufdrängen“, heißt es in der Urteilsbegründung des HFV-Sportgerichts weiter, „da der Zeuge J.F. einräumt, die Vorschriften der Spielordnung aufgrund seiner langjährigen Vereins- und Verbandsarbeit zu kennen und damit auch die Sperrfolge eines zweiten Wechsels innerhalb der Wechselfrist I.“

Und der Vorsitzende Richter Andreas Dietzel gab noch dies mit auf den Weg: „Der Abteilungsleiter J.F. hätte aufgrund seiner verantwortlichen Stellung im Verein den Wechsel des Spielers E.S. zum TuS Löhnberg mit dem Mannschaftsverantwortlichen T.E. vor Antragsstellung besprechen müssen, insbesondere die Modalitäten und die genauen Umstände.“ Beide hätten „unter Außerachtlassung der gebotenen Sorgfalt“ gehandelt.

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