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Luftpistolenschützen: Kriftels Schützen sind deutsche Meister

Die Luftpistolenschützen des SV Kriftel haben ihrem Trainer Detlef Glenz ein vorzeitiges Geschenk zum 58. Geburtstag gemacht. Der Trainer durfte mit der Trophäe im Kofferraum die Heimreise nach Kriftel antreten.
Das Meisterteam des SV Kriftel: Mathias Putzmann, Klaus Tamm, Christian Reitz, Oliver Geis, Andreas Fix, Detlef Glenz, Aaron Sauter und Beata Bartkow-Kwiatowska (von links). Das Meisterteam des SV Kriftel: Mathias Putzmann, Klaus Tamm, Christian Reitz, Oliver Geis, Andreas Fix, Detlef Glenz, Aaron Sauter und Beata Bartkow-Kwiatowska (von links).
Kriftel. 

Die Voraussetzungen für die Krifteler vor dem Bundesliga-Finale in Paderborn alles andere als optimal. Als sich Glenz mit einigen Schützen auf den Weg machte, bekam er von Dominik Sänger die Absage. Seine Nummer drei lag mit Fieberanfällen und Schüttelfrost-Attacken im Bett und musste enttäuscht passen. Auch Mathias Putzmann und Andreas Fix waren gesundheitlich angeschlagen, und Beata Bartkow-Kwiatowska hatte eine lange Anreise hinter sich.

Christian Reitz wurde als Schütze des Jahres geehrt. Bild-Zoom
Christian Reitz wurde als Schütze des Jahres geehrt.

Dominik Sänger fällt aus

Vor dem Viertelfinale musste Detlef Glenz erst einmal umstellen und ausloten, wie es seinen angeschlagenen Schützen ging. „Ich hatte schon daran gedacht, dass Klaus Tamm und ich schießen müssen, aber so weit ist es dann doch noch nicht gekommen“, berichtete er. Er konnte auf den ersten beiden Positionen auf Reitz und den angeschlagenen Putzmann bauen, Beata Bartkow-Kwiatowska rückte auf Position drei vor Aaron Sauter und Andreas Fix. So ging es gegen den SV Waldkirch, der mit zahlreichem Anhang angereist war. „Wir haben unser schlechtestes Ergebnis geschossen in der gesamten Saison“, berichtete Glenz. Christian Reitz sorgte an der Spitzenposition gegen Dimitrije Grgic für klare Verhältnisse, wobei 386 Ringe für ihn noch nicht die beste Leistung war. Ähnlich ging es bei Aaron Sauter, der gegen Sebastian Kugelmann mit zwei Achten begann, aber dann ungefährdet vorne lag und den zweiten Punkt für Kriftel sicherte. Beata Bartkow-Kwiatowska war nach drei Serien mit ihrem Gegner Matthias Holderried auf gleicher Höhe, doch dann schoss ihr Gegner mit einer Serie von 99 Ringen aus. Das konnte die Polin nicht halten und musste sich mit einer wenig überzeugenden Leistung von 372 Ringen glatt geschlagen geben. Ein völlig offenes Duell lieferten sich Andreas Fix und Michael Spindler und mussten ins Stechen. Nach einem 10:10 im ersten Stechen musste sich Fix mit 9:10 im zweiten Durchgang geschlagen geben. Noch enger war es für Mathias Putzmann, der mit fünf Zehnern ausschießen musste, um gegen Alexander Kindig das Stechen zu erreichen. Putzmann schaffte dieses Kunststück, setzte sich nach einem 9:9 mit 10:9 im zweiten Stechen durch und wurde zum Krifteler Matchwinner. „Dann war Jubel ohne Ende, zumal die Waldkircher bewusst Lärm gemacht hatten, um unsere Konzentration zu stören. Das war der absolute Wahnsinn“, freute sich Glenz nach dem 3:2-Sieg.

Damit trafen die Krifteler erwartungsgemäß auf den Ersten der Süd-Gruppe, die SGI Ludwigsburg, die sich gegen den DSV Bassum mit 3:2 durchgesetzt hatte. „Wir hatten nur knapp zwei Stunden Pause. Wieder holten Christian Reitz und der verbesserte Aaron Sauter zwei Punkte für ihre Mannschaft. Bei Beata Bartkow-Kwiatowska lief es überhaupt nicht. „Sie hat gar nicht in ihren Rhythmus gefunden“, war Glenz überrascht. Mathias Putzmann war noch ziemlich angeschlagen von seinem Kraftakt und konnte nicht seine Leistung bringen. Damit hing nun alles an dem ebenfalls angeschlagenen Andreas Fix. Er lieferte sich mit René Potteck ein offenes Duell, geriet zu Beginn der letzten Serie in Rückstand und bewies in den letzten Minuten, die ihm noch blieben, Nervenstärke. „Er hat bis zur letzten Minute gebraucht und hat das Duell tatsächlich noch gedreht. So haben wir auch gegen Ludwigsburg mit 3:2 gewonnen“, freute sich Detlef Glenz.

Seine Mannschaft stand im Finale. „Wir sind noch schön essen gewesen. Aber schon dort ging es Andreas Fix nicht gut. Und am nächsten Tag ist er nun auch noch ausgefallen“, berichtete Glenz. Im Finale traf sein Team auf die Braunschweiger SG, gegen die die Krifteler in der Bundesliga Nord die einzige Niederlage einstecken mussten. Beide Mannschaften hatten 40 von 45 Duellen in der Bundesliga Nord gewonnen und sie dominiert. Das hatte beide Teams in eine Favoriten-Position gebracht, der sie letztlich gerecht wurden. „Ich bin angesichts des Ausfalls von Andreas Fix pessimistisch ins Finale gegangen. Glücklicherweise konnte Mathias Putzmann an den Start gehen, obwohl es ihm schlecht ging. Sonst hätte ich wirklich noch schießen müssen“, meinte Glenz.

Er sah dann eine „Wahnsinns-Leistung“ seiner Mannschaft. Im Aufeinandertreffen der beiden besten Schützen trafen Christian Reitz und der Ukrainer Oleg Omelchuk aufeinander. Es entwickelte sich eine erstklassige und spannende Begegnung, die sich in der dritten Serie entschied. „Omelchuk hat gerade eine Pause gemacht. Da hat Christian seine dritte Serie mit 100 Ringen beendet. Die ganze Halle ist ausgerastet – und ich auch. Das war sein bester Wettkampf“, beschrieb Glenz die entscheidende Szene in diesem Spitzenduell, das Reitz mit 390:388 Ringen für sich entschied. Nicht viel nach stand ihm Mathias Putzmann, der gegen den starken Patrick Meyer einen starken Wettkampf absolvierte und sicher den zweiten Punkt holte. Auf der dritten Position schoss Beata Bartkow-Kwiatowska den Vogel ab. „Das war von vorne bis hinten ein guter Wettkampf. Mit 385 Ringen hat sie so gut geschossen wie kaum zuvor“, freute sich Glenz über den entscheidenden dritten Punkt vor den gut 500 Zuschauern. Aaron Sauter und Oliver Geis verloren ihre Duelle, aber das interessierte keinen mehr. „Jetzt waren wir drei Mal hintereinander im Finale auf dem Treppchen – und jetzt sind wir deutscher Meister“, freute sich Glenz. Und damit nicht genug: Christian Reitz wurde zum Schützen des Jahres gewählt und nach dem Halbfinale ausgezeichnet. „Braunschweig war enttäuscht – und wir hatten an den richtigen Positionen die richtigen Leute“, resümierte Glenz.

(vho)

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