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Handball: Wie geht es weiter mit der FSG ?

Von Ein Fortbestand der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Zwischen den handelnden Hauptfiguren gibt es Differenzen.
Ein bisschen ratlos: Torhüterin Sophie Löbig möchte auch wissen, wie es für sie weitergeht. Bilder > Foto: Marcel Lorenz Ein bisschen ratlos: Torhüterin Sophie Löbig möchte auch wissen, wie es für sie weitergeht.
Hochtaunus. 

Wenn eine Zusammenarbeit beschlossen wird, von der eine Menge Menschen profitieren sollen, stecken meistens nur ein paar wenige kluge Köpfe dahinter. So ist das auch bei der Frauen-Spielgemeinschaft Ober-Eschbach/Vortaunus, die zum 1. Juli 2017 gegründet worden war. Ziel war und ist es, leistungsorientierten und hochbegabten Handballerinnen eine Plattform zu bieten.

Beide Partner ergänzen sich theoretisch gut: Die TSG Ober-Eschbach bringt einerseits eine ambitionierte Drittliga-Mannschaft in die Kooperation ein, die WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt mehrere hochklassige Jugendmannschaften, von denen eine im Vorjahr den zweiten Platz bei den deutschen B-Jugend-Meisterschaften erreichte und inzwischen in der A-Jugend-Bundesliga in der Zwischenrunde spielt.

Schwierig kann es jedoch werden, wenn die klugen Köpfe sich nicht mehr einig sind. Sie müssen nicht nur Ideengeber für die Spielgemeinschaft, sondern auch deren Antreiber sein, zumindestens in den ersten Jahren. Bei der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus soll ein Treffen in dieser Woche Aufschluss darüber geben, wie es weitergehen wird. Und ob überhaupt. Das mutet kurios an, hatten die Verantwortlichen doch erst am 24. Januar wortwörtlich verkündet, dass „die FSG auch für die Saison 2018/19 Bestand haben wird“.

Verständigung ohne Wert

Verständigt auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit hatten sich laut damaliger Pressemitteilung Gerhard Döll (Manager des Ober-Eschbacher Drittliga-Teams), Rainer Mies (Handball-Abteilungsleiter der TG Bad Soden) und der als „Brückenkopf“ bezeichnete Trainer Holger Hölzinger. Das Problem nun: Hölzinger trainiert zwar weiterhin die A- und C-Jugend der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt, fungiert sogar als Sportlicher Leiter für alle Jugendteams. Er ist jedoch am 27. Januar als Drittliga-Coach zurückgetreten. Grund dafür, so der in Fulda wohnende Hölzinger, dass es mit Gerhard Döll keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit gegeben hätte.

Die Frage stellt sich also wie von selbst: Zwei weiterhin führende Personen in der FSG, die nicht mehr miteinander klarkommen – kann das funktionieren?

Kurzum: Gerhard Döll sagt dazu „ja“, Rainer Mies sagt dazu nichts und Holger Hölzinger meint, er sei dafür der falsche Ansprechpartner.

Die echten Verknüpfungen zwischen den beiden Partnern der FSG bestünden nur über die Spielerinnen, erläutert Döll. Noch mit Hölzinger als Drittliga-Trainer habe er darüber gesprochen, dass der Fokus mehr auf die Jugend gelegt werde. Tatsächlich gehörten beim 29:23 gegen Germania Fritzlar mit Pia Özer, Greta Bucher und Sophie Löbig drei A-Jugendliche dem Kader des Tabellendritten an. Die Integration der Talente ist inzwischen im vollen Gange.

Hölzinger meint, dass Fragen zur FSG „auf Abteilungsleiter-Ebene anzusiedeln sind“. Was er aber noch anfügt: Als C-Jugend-Trainer habe er für die nächste Saison bereits zugesagt. Es wäre seine vierte bei der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt.

Zeit bis zum 31. Mai

Rainer Mies wollte nicht kommentieren, ob es für seinen Verein inzwischen Gründe gibt, den Kooperationspartner zu wechseln. Er sagte, dass sei im Moment kein Thema. Und: „Wir haben Zeit bis zum 31. Mai.“ Bis dahin muss die Spielgemeinschaft nach seinen Angaben endgültig fixiert sein.

Wie diese Zeitung erfuhr, hat Hölzinger unterdessen Kontakt zu anderen Vereinen der Region aufgenommen, die theoretisch für eine Spielgemeinschaft in Frage kämen: die TSG Eddersheim und die TSG Oberursel. Ob in offizieller Mission, ist unklar. Fakt ist aber, dass sich Vertreter der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt schon vor Gründung der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus mit Vertretern dieser Vereine unterhielten.

Weder die TSG Eddersheim noch die Oberurseler Abteilungsleiterin Birgit Michelson wollten sich jetzt konkret zum Thema äußern. Michelson sagte, grundsätzlich würde man sich alles anhören, auch wenn die TSGO-Handballer mit 16 Jugendmannschaften und bald je drei Aktiven-Teams für Männer und Frauen außerordentlich breit aufgestellt seien.

Auszuschließen sind beide Vereine für eine Kooperation mit der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt nicht. Beide melden voraussichtlich für die neue Saison keine A-Jugend, und die WJSG hat in ihrem Nachwuchs-Bundesliga-Team einige Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs. Und beide besitzen eine leistungsstarke 1. Damenmannschaft (die TSG Eddersheim in der 3. Liga, die TSG Oberursel möchte aus der Oberliga wieder dorthin aufsteigen).

Wer theoretisch ebenfalls für eine Frauen-Spielgemeinschaft in Frage käme, ist die TuS Kriftel. Mit dem TV Hofheim, ebenfalls Trägerverein für die FSG Ober-Eschbach/Vortaunus, kooperiert die Handball-Abteilung schon seit Jahren bei den Männern als MSG Schwarzbach. Und Kriftels 1. Damen gehören der 3. Liga an, aus der sie allerdings als derzeit Vorletzter abzusteigen drohen.

Recht gut aufgestellt sind die TSG Eddersheim, TSG Oberursel und TuS Kriftel in Sachen 2. Mannschaft. Oberursel und Kriftel kämpfen um den Aufstieg in die Landesliga Mitte, der Eddersheims Reserve als Tabellendritter bereits angehört. Wie übrigens auch die U 23 der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus, die gespickt ist mit Talenten der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt.

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