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Eishockey: In den Hessenderbys ist Bad Nauheim eine Bank

Zwei Mal haben es die Roten Teufel sehr, sehr spannend gemacht. Beim 3:4 in Dresden genügten fünf Minuten Tiefschlaf, um auf die Verliererstraße zu geraten – zuletzt aber beim 4:3 gegen Kassel lief es für die Roten Teufel so, wie fast in jedem Hessenderby.
Symbolbild Foto: imago sportfotodienst Symbolbild
Bad Nauheim. 

Trifft ein Eishockey-Fan der Roten Teufel Bad Nauheim einen anderen: „Hast du schon gehört? Wir kommen direkt in die Playoffs!“ Fragt der andere: „Wie denn das? Die Mannschaft belegt in der DEL 2 doch nur den zehnten Platz.“ Wieder der Erste: „Man spielt einfach nur noch Hessenderbys, da kann nichts schiefgehen.“

Spaß beiseite: Die Bilanz aus den Hessenderbys könnte kaum erfolgreicher sein. Fünf haben die Badestädter in dieser Saison gegen die weitaus besser platzierten Teams aus Frankfurt und Kassel bisher gespielt – vier davon gewonnen.

Am Sonntag lief es gewohnt dramatisch. Im ersten und im dritten Drittel war viel los, es fielen aber keine Tore. Dafür hat es im mittleren Abschnitt pausenlos geklingelt. Und am Ende sorgte Förderlizenzspieler Leon Niederberger mit dem Schuss in der Overtime, den er dem Ex-Nauheimer Markus Keller durch die Schoner ins Netz beförderte, für den hart erkämpften 4:3 (0:0, 3:0, 0:0/1:0)-Sieg über die Kassel Huskies. „Wir haben von Anfang bis Ende gut gearbeitet“, meinte Trainer Petri Kujala. Das fanden auch die meisten der 3101 Zuschauer – aber nicht so Huskies-Trainer Rico Rossi. Aus seinem Kommentar „Wir haben kein schlechtes Spiel gezeigt, aber eine Mannschaft musste eben verlieren“, klang die Enttäuschung deutlich heraus.

Es war von Beginn an ein Match auf Augenhöhe: Kassel – ohne den für die Olympischen Spiele nominierten US-Nationalspieler Wisniewski angereist, der leicht angeschlagen war und deshalb geschont wurde – versuchte es mit Kombinationsspiel, während die Gastgeber mit viel Engagement und Körpereinsatz dagegenhielten.

Gefühlt hatten die Nordhessen zwar die besseren Chancen (Patrick Klöpper/2., Michael Christ/3., Adriano Carciola/18.), doch auch die Nauheimer, die zusätzlich zu den Langzeitverletzten auch auf Dusan Frosch verzichten mussten, kamen immer wieder mal vor den Kasten von Keller, was im ersten Drittel 14:5 Torschüsse der Gastgeber untermauern. Mike McNamee traf in der 8. Minute den Pfosten.

Dann platzte auf beiden Seiten der Knoten: Cody Sylvester eröffnete nach einem Fehlpass des Kasseler Goldhelms Braden Pimm den Torreigen (23.), 111 Sekunden später glich der frühere Nauheimer Juniorenspieler Kevin Maginot aus. Weitere zwei Minuten später machte Pimm seinen Fehler mit dem 1:2 wieder wett. Doch die Gastgeber waren wenig beeindruckt. Erstmals in Unterzahl, schnappte sich James Livingston die Scheibe, sprintete den aufgerückten Kasselern auf und davon und schob Keller den Puck durch die Schoner (30.).

Kassel fühlte sich bei der Ehre gepackt und drückte nochmal aufs Gaspedal, was zum 2:3 (33.) durch David Kuchejda führte. Dann musste der Torschütze auf die Strafbank. Der zum besten Spieler gewählte Sylvester nutzte dies 17 Sekunden vor der Sirene aus.

Im Schlussdrittel zeigten beide Teams Respekt vor dem Gegner, die Roten Teufel waren aber einen Tick mutiger. Nachdem Livingston (47), Sylvester (50.) und Eric Meland (52.) an Keller gescheitert waren, traf dann Niederberger nach 135 Sekunden der Verlängerung, in der die Gastgeber dominierten, nach einer schönen Vorarbeit von McNamee und Steve Slaton zum 4:3.

Mit 4:3 endete auch die vorangegangene Partie in Dresden, allerdings zugunsten der Eislöwen. „Wir haben nach dem 2:0 schlicht und einfach vergessen, das dritte Tor nachzulegen. Das haben wir mit fünf Minuten Tiefschlaf im zweiten Abschnitt bezahlt. Trotzdem war es ein gutes Auswärtsspiel meines Teams. Nach zuletzt 4000 Kilometern seit dem zweiten Weihnachtsfeiertag im Bus: Hut ab vor meiner Mannschaft“, meinte Trainer Kujala nach der 3:4 (2:0, 0:3, 1:1)-Niederlage, bei der McNamee (7./im Powerplay), Harry Lange (9.) und McNamee zum 3:3 (47.) trafen.

Die Entscheidung fiel nach einer strengen Strafe gegen Livingston. Marius Garten nutzte dies zum Siegtor. 62 Sekunden vor Schluss durften die Hessen nochmal in Überzahl spielen, da Kujala Torwart Bick vom Eis nahm, sogar mit zwei Feldspielern mehr als der Gegner. Aber Henning Schroth rettete den Sachsen die drei Punkte, die selbst Dresden-Coach Franz Steer hinterher als „gegen starke Nauheimer ein wenig glücklich“ bezeichnete. löf

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