E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 21°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Handball: Interview mit Martin Peschke: „Die Mannschaft wird sich zerreißen“

Sicherheit statt Zittern: Mit diesem Motto lässt sich das Saisonziel des TV Petterweil in der Landesliga Mitte umschreiben. Der Altersschnitt des Teams liegt bei 23,5 Jahren – was aber nur an einem Spieler liegt.
Auf kernige Torwürfe wie diesen von Sebastian Alt (li.) freuen sich die Fans des TV Petterweil. Foto: Marcel Lorenz Auf kernige Torwürfe wie diesen von Sebastian Alt (li.) freuen sich die Fans des TV Petterweil.
Karben. 

Mit einem Heimspiel gegen den TSV Lang-Göns ziehen die Handballer des TV Petterweil am morgigen Sonntag (18 Uhr) den Vorhang zu ihrer elften Runde in der Landesliga Mitte auf. Zweifelsohne ein schwerer Auftaktgegner. Aber einer, mit dem man bei den Schwarz-Gelben ausgesprochen gute Erinnerungen verbindet. Schließlich brachten die Mannen von TVP-Trainer just gegen Lang-Göns in der abgelaufenen Saison durch einen 33:26-Sieg den erneuten Klassenverbleib unter Dach und Fach – und hatten das über viele Wochen auf der Petterweiler Tribüne sitzende Abstiegsgespenst in die Flucht geschlagen.

Am 12. Juni hatte Martin Peschke die Vorbereitung auf die neue Saison angeschoben. Jetzt, nach etwas mehr als 13 Wochen, blickt er zurück und voraus, auf das, was da auf den TVP zukommt.

Herr Peschke, wie fällt Ihre Bewertung für die Saisonvorbereitung aus?

MARTIN PESCHKE: Natürlich erging es mir wohl wie den meisten meiner Kollegen: Durch Urlaub und Verletzungen waren wir nur selten einmal komplett. Das hatte ich aber von vornherein einkalkuliert und konnte mich nicht überraschen. Alle haben letztlich super mitgezogen.

Selten einmal komplett – heißt das, dass es dennoch einige Spieler gab, die sämtliche Trainingseinheiten mitbestritten haben?

PESCHKE: Ja, in der Tat. Zwei. Lennart Trouvain und Timon Flach haben alle 48 Einheiten absolviert.

Keine Saisonvorbereitung läuft – zumal über eine solch lange Zeit – gleichbleibend gut. Welches war für Sie der Tiefpunkt, was war das Highlight?

PESCHKE: Highlight war für mich, wie engagiert gerade die Jüngeren in unserem Kader ackern und die Älteren mitgezogen haben. Und mit allen Neuzugängen bin ich hochzufrieden. Aber na ja, es gab da schon ein paar Testspiele, nach denen ich so für mich gedacht hatte ’Oje, was haben wir denn da angestellt!`– als wir es in puncto Einsatz mal nicht so gemacht haben, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte, oder als wir das im Training Einstudierte dann im Spiel ganz und gar nicht umgesetzt habe.

Das heißt, auf dem Papier spricht nach dem Verlauf der Vorbereitungsspiele nicht viel für einen Heimsieg am Sonntag?

PESCHKE: Das meine ich. Die Ergebnisse sprechen nicht unbedingt für einen Heimsieg, da meine Mannschaft in nur wenigen Testspielen so richtig überzeugt hat. Aber Vorbereitung und Meisterschaft sind zwei Paar Schuhe. Ich weiß, dass unsere sehr junge Mannschaft am Sonntag auf die ersten Punkte brennen wird. Wir können da noch eine Menge an Emotionen und Willen draufpacken.

Sie sagen „sehr jung“. Mancher würde vielleicht unken „zu jung“.

PESCHKE: Unsere Mannschaft hat einen Altersschnitt von 23,5 Jahren. Wobei Iteb Bouali, unser neuer Tormann, den Schnitt ganz schön kaputtmacht (lacht) . Aber mit seinen 43 Jahren ist er nach wie vor topfit. Zurück zur Frage: Wir haben jetzt eine Mannschaft zusammen, die nahezu komplett aus Petterweilern besteht. Das ist unsere Zukunft. Und sie spielen für null Komma null Euro. Natürlich fehlt den Jungs hie und da noch die Cleverness. Aber das macht nichts – und lässt sich Schritt für Schritt aufholen. Das wird auch von unseren Zuschauern honoriert. Und irgendwelche Profis zu uns zu holen, das können und wollen wir nicht.

Im Nachhinein betrachtet: Haben die drei Agor-Cup-Spiele aus TVP-Sicht Sinn gemacht? Es gab immerhin drei heftige Niederlagen mit insgesamt 109 Gegentoren.

PESCHKE: Unsere Jungs bekamen da aufgezeigt, wo es an was fehlt. Dass wir da drei Mal ordentlich auf die Fresse bekommen haben, hat unserer Stimmung, unserem Mannschaftsgefüge aber keinen Abbruch getan. Das Turnier stand ausschließlich unter dem Motto, ob der Zuschauer in Petterweil nach wie vor höherklassigen handball annimmt. Leider fiel die Resonanz nicht so wie gewünscht aus. Nur 40 Zuschauer in einem Spiel gegen Drittligisten, das kann’s nicht sein! Aber es wird wohl zur Neuauflage des Turniers kommen.

Wer ist Kapitän Ihrer Mannschaft?

PESCHKE: Jonas Koffler. Ich habe ihn als Käpten bestimmt.

Bestimmt? Weshalb nicht wählen lassen?

PESCHKE: Weil ich ihm noch mehr Verantwortung als bislang übertragen und auf Nummer sicher gehen wollte, dass er und kein anderer dieses so wichtige Amt innehat. Mit seinen zwar erst 21 Jahren ist er als Lehramtsstudent aus meiner Sicht aber am geeignetsten dafür, eine Mannschaft zu führen.

Wie würden Sie das Saisonziel formulieren?

PESCHKE: In erster Linie steht für mich die Entwicklung unserer so jungen Mannschaft im Mittelpunkt. Mit den Jungs ist mittel- bis langfristig einiges möglich. Wenn es um Tabellenplätze geht, dann streben wir einen Platz im sicheren Mittelfeld an – um dann von Saison zu Saison weiterzusehen.

Und was trauen Sie dem TSV Lang-Göns, Ihrem ersten Saisongegner zu?

PESCHKE: Dass wir den TSV im letzten Spiel der vergangenen Runde klar geschlagen geben, kann für uns kein Maßstab sein. Für uns ging es damals um alles, für Lang-Göns um nichts mehr. Der TSV kommt mit einem brandgefährlichen Rückraum zu uns. Robin Jänicke steht nach langer Verletzung wieder zu Verfügung und wird sein Team um einiges gefährlicher machen. Neben ihm zieht Patrick Engel im Rückraum die Fäden und ist durch seine Eins-gegen-eins-Aktionen kaum zu bremsen. Keine Frage, Lang-Göns wird oben mitmischen.

Kann der TVP in Bestbesetzung an den Start gehen?

PESCHKE: Wenn ich das wüsste. Sebastian Alt, Thorsten Koch, Pierre Lange und Marcus Neuhalfen – alle sind angeschlagen und noch fraglich. Wir werden aber in jedem Fall eine gute Mannschaft stellen können, die sich zerreißen wird.

Die Vorbereitungsspiele des TV Petterweil: 34:26 gegen Oberligist HSG Kleenheim/Lang-Göns, 33:22 gegen Bezirksoberligist TSV Kirchhain, 34:30 gegen Bezirksoberligist HSG Wettertal, 29:32-Niederlage bei Bezirksoberligist HSG Hungen/Lich, 37:33 bei Bezirksoberligist HSG Stockstadt/Mainaschaff, im Rahmen des AGOR-Cups Niederlagen gegen die Drittligisten HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II (18:32), SG Bruchköbel (14:34) und TV Gelnhausen (17:43), dann 24:30-Niederlage im „Rückspiel“ gegen HSG Hungen/Lich sowie 28:32-Niederlage gegen Oberligist TSG Bürgel.

Neuzugänge: Iteb Bouali (SG Bruchköbel), Florian Wassberg (A-Jugend HSG Dutenhofen/Münchholzhausen), Marcus Neuhalfen (MSG Florstadt/Gettenau), Jonte Flach (A-Jugend TSG Münster).

Abgänge: Julian Brücher (zur HSG Lollar/Ruttershausen), Niels Eckert (MSG Florstadt/Gettenau), Björn Ehmer (beruflich bedingt), Felix Schneider (Laufbahnende).

Der TVP geht mit folgendem Kader in die Saison: (Tor) Iteb Bouali, Christoph Schneiker; (Rückraum) Sebastian Alt, Jonte Flach, Niklas Kehrein, Thorsten Koch, Jonas Koffler, Pierre Lange, Lennart Trouvain, Florian Wassberg; (Außen) Christian Dänner, Timon Flach, Felix Koffler, Marcus Neuhalfen, Jannik Thomer, Cedrik Witzel; (Kreis) Roman Hitzel, Benedikt Pfeiffer, Jens Wassberg. (Trainer) Martin Peschke; (Betreuer) Marcel Becker; (Torwarttrainer) Oliver Malkmus; (Physiotherapeutin) Christina Herzog. gg

Zur Startseite Mehr aus Wetterau/Main-Kinzig

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen