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Sturmtief: "Friederike" ist der schlimmste Sturm seit 2007 - Vier Tote

Sturmtief «Friederike» ist am Mittag über Hessen hinweg gezogen. Bei der Polizei gingen hunderte Notrufe ein. Der Fernverkehr der Bahn wurde eingestellt. Am Abend steht fest: Deutschlandweit ist er der schlimmste Sturm seit 2007. Mindestens vier Menschen verlieren im Orkan ihr Leben.
Ein Schul-Minibus steht am 18.01.2018 in Deute (Hessen) zerstört am Straßenrand, nachdem er zuvor von einem im Sturm umstürzenden Baum getroffen wurde. Die Fahrerin kam mit den beiden Schulkindern mit dem Schrecken davon. Sturmtief "Friederike" wütet über Nordhessen und richtet Schaden an. Bilder > Foto: Uwe Zucchi (dpa) Ein Schul-Minibus steht am 18.01.2018 in Deute (Hessen) zerstört am Straßenrand, nachdem er zuvor von einem im Sturm umstürzenden Baum getroffen wurde. Die Fahrerin kam mit den beiden Schulkindern mit dem Schrecken davon. Sturmtief "Friederike" wütet über Nordhessen und richtet Schaden an.
Frankfurt/Offenbach. 

Sturmtief «Friederike» hat am Donnerstag in Hessen erhebliche Schäden angerichtet. Am Abend steht fest: Er ist der schlimmste Sturm seit über zehn Jahren. Mindestens vier Menschen verlieren ihr Leben. Lastwagen-Anhänger wurden umgeworfen, Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt. Die Bahn stellte den Fernverkehr bundesweit ein. Polizei und Feuerwehr waren im Dauereinsatz. Gegen 16 Uhr hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Orkanwarnung für Hessen auf.

Auch in Hessen wütete "Friederike"

Ein etwa zwölf Jahre altes Mädchen ist im mittelhessischen Stadtallendorf während des Orkans «Friederike» schwer verletzt worden. Wie der Landkreis Marburg-Biedenkopf mitteilte, wurde es vermutlich von einem umstürzenden Baum oder herabfallenden Ast getroffen. Über die näheren Hintergründe war zunächst nichts bekannt.

Im nordhessischen Deute wurde ein Schulbus von einem umstürzenden Baum getroffen. Die Fahrerin kam mit den beiden Schulkindern mit dem Schrecken davon.

Bilderstrecke Sturmtief Friederike richtet schwere Schäden im Taunus an
Das Sturmtief Friederike wütet im Taunus und richtete an einigen Orten schwere Schäden an. Hier zu sehen sind Bäume, die auf Autos in Schmitten fielen. Es folgen weitere Bilder der Sturmauswirkungen.In Königstein stürzten ein Bäume auf Häuser.

Die Feuerwehr Frankfurt meldete bis zum frühen Nachmittag über 30 Einsätze in Frankfurt. Meistens waren Bäume, Schilder oder Baumstämme umgestürzt. Lose Dach- und Fassadenteile beschäftigten die Feuerwehr ebenfalls.


In Bad Homburg hat "Friederike" eine große circa 70 Jahre alte Birke umgeblasen. Der mächtige Baum war bereits durch den Hallimarsch-Pilz geschwächt. In Schmitten fiel ein Baum auf mindestens fünf Fahrzeuge.

Auf der Autobahn 44 im Landkreis Kassel wurde ein Lastwagen-Anhänger umgeweht. „Er blockiert derzeit die Fahrbahn in Richtung Kassel”, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagnachmittag. Da bei den Windverhältnissen kein Kran eingesetzt werden könne, bleibe die A 44 in Richtung Kassel zunächst voll gesperrt.

Stillstand in Essen: Sturmtief „Friederike” bremst die Bahn in mehreren Bundesländern aus.
Twitter Das sagt das Netz zu Sturmtief Friederike

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Laut Polizei sind seit dem frühen Mittag in der Leitstelle des Polizeipräsidiums Nordhessen hunderte Notrufe wegen Sturmschäden, Unfällen und Gefahrensituationen eingegangen. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen im gesamten nordhessischen Bereich. Zum Teil seien dabei Autos eingeschlossen worden. Baustelleneinrichtungen, auch auf der Autobahn 7 bei Kassel, Schilder und andere nicht befestigte Gegenstände aus den Gärten flogen umher. „Für besondere Gefahren sorgen von Dächern herunterfallende Ziegel”, erklärte der Sprecher. Laut Polizei sollte der Höhepunkt des Orkans in Nordhessen gegen 16 Uhr vorübergezogen sein.

In Kirtof im Vogelsbergkreis sei ein Kran umgeworfen worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen.  Auf der Bundesstraße zwischen Brauerschwend und Reuters (Vogelsbergskreis) seien zwei Lastwagen durch Böen umgekippt. Andere Lkw-Fahrer sollten ihre Fahrzeuganhänger an der Leitplanke festbinden, um sie vor dem Umstürzen zu bewahren, erklärte die Polizei. Hier gab es ebenfalls keine Informationen über Verletzte.

Im Taunus stürzten viele Bäume um und Äste krachten auf Häuser und Autos. Bild-Zoom Foto: Sven-Sebastian Sajak
Im Taunus stürzten viele Bäume um und Äste krachten auf Häuser und Autos.

Meteorologen raten: Zuhause bleiben

Wegen des Sturms fiel in einigen Orten Mittel- und Nordhessens der Unterricht aus. Die Schulen könnten selbst darüber entscheiden, sagte Volker Karger, Leiter des Schulamtes in Gießen. Dort waren vor allem der Landkreis Gießen und der Vogelsbergkreis von Ausfällen betroffen. Rund ein Viertel der Schulen hatte geschlossen.

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Auch im Zugverkehr gab es Einschränkungen: Auf der Strecke Höchst-Königstein war am Nachmittag ein Baum auf die Gleise gestürzt. Der Zugverkehr musste eingestellt werden. Ebenso wie auf der Strecke der Taunusbahn RB15 Richtung Brandoberndorf.

Die Bahn hatte den Fernverkehr am Nachmittag bundesweit eingestellt. Schon seit dem Vormittag verkehrten auf der Schnellstrecke zwischen Köln und Frankfurt keine Züge mehr. Auf der Strecke Hannover-Würzburg sei zudem ein Baum in eine Oberleitung gestürzt und es stehe nur ein Gleis zur Verfügung, sagte ein Bahnsprecher am Mittag.

Normalbetrieb herrschte zunächst am Frankfurter Airport. Allerdings seien die Auswirkungen des Sturms auf andere Flughäfen spürbar, sagte ein Fraport-Sprecher. Flugabsagen und Umleitungen in Städten wie Amsterdam, Köln und Bonn träfen auch Frankfurt. Die Zahl der Annullierungen bewege sich mit 25 bei 1230 Flügen aber im normalen Rahmen.

 

Am Nachmittag waren auch mehrere innerdeutsche Strecken betroffen. An mehreren Flughäfen im Westen wie Köln/Bonn und Düsseldorf blieben Maschinen am Boden, sagte der Sprecher der Berliner Flughäfen, Lars Wagner. Dadurch fehlten die Maschinen am Flughafen Berlin-Tegel für Flüge zurück in die betroffenen Städte.

Nach Einschätzung eines DWD-Experten dürfte «Friederike» nicht so große Schäden anrichten wie Sturmtief «Xavier» im Oktober. Damals hätten die Bäume wesentlich mehr Laub getragen und damit dem Wind mehr Angriffsfläche geboten als jetzt im Januar, sagte DWD-Meteorologe Markus Eifried. Bei «Xavier» waren im Herbst sieben Menschen durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste getötet worden, der Bahnverkehr im Norden und Osten wurde lahmgelegt.

In Regionen, in denen Orkanböen drohen, empfehlen die Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

Verhalten bei Sturm und Orkan

Was die Experten bei Orkan und Sturmböen raten:

  • Alleen, Wälder und Parks meiden
  • Wenn möglich im Haus bleiben
  • Balkon und Terrasse sichern
  • Auf herumfliegende Gegenstände wie Dachziegel achten
  • Autofahrer sollten die Geschwindigkeit anpassen und auf Böen achten
     

dpa/red

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