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"So geht Gesundheit": Körper und Seele entrümpeln

Seit fast zehn Jahren gibt Dr. Petra Bracht unseren Lesern in ihrer wöchentlichen Kolumne Gesundheits-Tipps. Erstmals hat sie nun im Verlagshaus dieser Zeitung einen Vortrag gehalten und das Publikum dazu animiert, gesünder zu leben. Dabei setzt sie auf eine Mischung aus Schulmedizin und Naturheilkunde.
Die Bad Homburger Ärztin Dr. Petra Bracht (rechts) veranschaulicht vor 250 Gästen im Kasino unseres Verlagshauses, wie Gesundheit funktioniert. Fotos: Rüffer
Frankfurt.  Die Botschaft von Dr. Petra Bracht ist deutlich: „Kein Arzt dieser Welt wird es schaffen, Sie gesund zu machen, die Heilung geht von Ihnen aus.“ Immer wieder weist die Medizinerin die 250 Gäste im Kasino der Frankfurter Neuen Presse darauf hin, dass sie selbst die Verantwortung für ihre Gesundheit tragen.

Ihr Vortrag „So geht Gesundheit“ solle dazu dienen, den Besuchern viele Informationen zu geben, damit sie über ihren weiteren Lebensweg selbst entscheiden können, betonte die Ärztin aus Bad Homburg

„Innerhalb eines Jahres regenerieren sich acht bis zehn Billionen Zellen in unserem Körper“, erklärt Dr. Bracht. Unsere Aufgabe sei es, dafür zu sorgen, dass wir dem Körper die besten Baustoffe zur Regeneration bieten. Tun wir dies nicht, beispielsweise durch mangelnde Bewegung oder falsche Ernährung, habe dies fatale Folgen: „Transportwege verstopfen, Reparaturvorgänge und die Entsorgung von Schadstoffen funktionieren nicht mehr.“

 

Der innere Arzt

 

Dies könne zu einer Vielzahl an Erkrankungen führen. „Zum Glück hat der Mensch einen inneren Arzt“, fährt sie fort. Dieses Selbstheilungssystem könne die Genesung auf natürlichem Wege vorantreiben. „Unterdrücken wir unseren inneren Arzt“, warnt Dr. Bracht, „werden die Krankheiten immer vehementer.“ Deshalb sei es wichtig, sich bei Erkältungen oder Infekten ins Bett zu legen und sich zu erholen, anstatt gleich zu Medikamenten zu greifen.

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Die vier größten Einflussfaktoren auf unsere Gesundheit seien die Ernährung, die Umwelt, die Bewegung und die Psyche. Besonders das Thema „Ernährung“ liegt der seit 30 Jahren praktizierenden Ärztin sehr am Herzen. Neben bereits bekannten Ernährungstipps, wie raffinierte Kohlenhydrate vermeiden und Vollkorn verwenden, warf der Vortrag weitere interessante Aspekte auf. Im Durchschnitt habe sich der Mensch im Laufe der Evolution von nur vier bis acht Prozent tierischer Nahrung ernährt. Der heutige Durchschnitt in Deutschland liege bei 20 bis 25 Prozent. „Dies ist nicht gut“, warnt Dr. Bracht, „denn der hohe Eisenspiegel in tierischen Produkten löst Infekte aus.“ Viel wichtiger sei es, seinen Körper mit viel Rohkost zu versorgen. Hierbei sei es wichtig, biologisch kontrollierte Nahrung zu verwenden.

„Bei Zusatzstoffen kann es außerdem zu Wechselwirkungen kommen“, warnt Dr. Bracht. Als Beispiel nennt sie Zitronensäure und Aluminium – eine Kombination, die etwa in Trinkpäckchen vorkomme. Dies birgt ihrer Ansicht nach Risiken im Hinblick auf Demenzerkrankungen.

Zum Braten solle man lieber Kokos- oder Palmfett verwenden, da durch das Erhitzen von Ölen Transfettsäuren entstehen könnten. Wertvolle Fette für Salate seien Raps- oder Leinöl mit ihrem hohem Omega-3-Säure-Gehalt.

Ungläubig blickte so mancher Zuhörer, als Dr. Bracht davor warnte, Sonnenschutzmittel mit einem höheren Lichtschutzfaktor als acht zu verwenden. Der Grund: Viele ihrer Patienten wiesen einen Vitamin-D-Mangel auf. Dieses Vitamin könne der Körper bei Sonnenlicht selbst bilden. Ein zu hoher Lichtschutzfaktor in der Sonnencreme verhindere dies jedoch. „Natürlich sollen Sie sich aber keinen Sonnenbrand holen, sondern nur so lange in der Sonne bleiben, wie es Ihnen gut tut“, sagt die Medizinerin. Am besten sei es, den Körper langsam an die Sonne zu gewöhnen.

 

Gegen schlechte Gene

 

Auch die Umwelt sei ein wichtiger Faktor für unsere Gesundheit. Viele Erkenntnisse dazu seien der Epigenetik zu verdanken. Dieser Zweig der Biologie beschäftige sich mit der Wechselwirkung zwischen Genen und der Umwelt. „Nur fünf bis 20 Prozent unserer Erbgutes sind fest“, erklärt Dr. Bracht, „der Rest wird durch unsere Lebensweise bestimmt.“ So sei es möglich, durch unsere Lebensweise schlechte Gene zu deaktivieren. Dies erstaunte das Publikum. Kein anderes Beispiel zeige so gut, dass wir unsere Gesundheit selbst in der Hand hätten.

Für den Alltag liefert Bracht Tipps, um schädliche Einflüsse zu umgehen. „Wenn Sie schlafen gehen, sollten Sie sicher stellen, dass Sie keine Elektrogeräte am Bett haben“, rät sie, denn diese schränkten durch ihr Magnetfeld die nächtliche Regeneration ein.

Auch im Beruf gebe es einiges zu beachten: „Wichtig ist es, dass Sie Tageslicht an ihrem Arbeitsplatz haben und so weit vom Computer entfernt sitzen wie möglich.“

Dritter Faktor sei die Bewegung, Sie fördere Abbauprozesse im Körper und verhindere die Ablagerung in den Arterien. „Äußere Bewegung schafft innere Bewegung“, erklärt Dr. Bracht. Allein reiche dies jedoch nicht. Es sei wichtig Bewegung und Ernährung zu kombinieren.

Die Psyche beeinflusse ebenfalls unser Wohlbefinden. „Wenn wir auf die Seele nicht hören, spricht der Körper mit uns“, weiß sie aus Erfahrung und rät, „auf allen Ebenen zu entrümpeln.“

Für ihren lebendigen Vortrag erntete Dr. Bracht viel Applaus. Zahlreiche Leser nutzten die Gelegenheit, anschließend noch persönlich mit ihr zu sprechen.

 

Lob und Kritik

 

Eine Leserin aus Limburg bemängelte allerdings, der Vortrag sei zu nah an die Kolumnen von Dr. Bracht in unserer Zeitung angelehnt gewesen. Sie habe darüber hinaus wenig Neues erfahren.

Ansonsten stieß die Präsentation auf Begeisterung. Eine Leserin aus Schwalbach lobte die Beiträge: „Es hilft mir sehr, einmal in der Woche daran erinnert zu werden, wie wichtig es ist, gegen meinen inneren Schweinehund anzugehen.“ Ein Leser aus Frankfurt pflichtet dem bei. Ihn beeindrucke besonders der Zusammenhang zwischen falscher Ernährung und Zivilisationskrankheiten. Deshalb habe er sich vorgenommen, weniger Leberwurst zu essen.

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