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Krebsheiler Hamer will Approbation als Arzt zurück

Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv Auf einer Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. Foto: Uli Deck/Archiv
Frankfurt/Main. 

Der selbsternannte Krebsheiler Ryke Geerd Hamer will in Deutschland wieder als Arzt zugelassen werden. Das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main lehnte es jedoch ab, ihm seine Approbation zurückzugeben. „Das Gericht ist der Überzeugung, dass der Kläger allein seinen eigenen medizinischen Ansatz verfolgt, diesen in den Vordergrund stellt und herkömmliche schulmedizinische Auffassungen verunglimpft”, begründete das Gericht seine am Freitag veröffentlichte Entscheidung. Hamer kann beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel Berufung einlegen.

Hamer lehnt die Schulmedizin ab und behandelt nach den Regeln einer von ihm entwickelten „Germanischen Neuen Medizin”. Er wird für mehrere Todesfälle verantwortlich gemacht, wurde mehrfach verurteilt und wird laut Gericht per Haftbefehl gesucht. Für viel Aufsehen sorgte in den 1990er Jahren der Fall der damals sechsjährigen Olivia. Sie litt an einem mit konventioneller Medizin meist gut heilbaren Tumor, ihre Eltern ließen sich jedoch nur von Hamer beraten. Erst nach Entzug des Sorgerechts wurde Olivia schulmedizinisch versorgt und geheilt.

Hamer war 1986 die Zulassung als Arzt entzogen worden. 2008 hatte er schon einmal erfolglos versucht, seine Approbation wiederzubekommen. 2015 machte er einen neuen Versuch, aber das Land Hessen lehnte ab. Hamer klagte gegen die Entscheidung. Am 7. Februar wurde der Fall mündlich verhandelt. Das Verwaltungsgericht lehnte die Klage ab. Sowohl das Land als auch das Gericht verwiesen zur Begründung auf Rundschreiben Hamers an seine Anhänger. Darin wertet er unter anderem den Einsatz von Chemotherapie als „Massenmord”.

(dpa)
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