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Menschenraub: Erster Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David Ebener/Archiv Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
Frankfurt/Main. 

Vier Männer müssen sich seit Mittwoch wegen der Entführung eines iranischen Geschäftsmannes vor dem Landgericht Frankfurt zu verantworten. Die zwischen 36 und 52 Jahre alten Angeklagten sollen mit vier weiteren Mittätern das Opfer im April 2016 aus einer Tiefgarage verschleppt und in eine Hochhauswohnung nach Frankfurt-Sachsenhausen gebracht haben. Sie sollen von ihm eine höhere Geldsumme gefordert haben. Dabei gaben sie sich als „Polizei. Interpol” aus. Später gelang es dem Mann, sich aus der Wohnung zu befreien. Nachdem er Anzeige erstattet hatte, rückten Spezialeinheiten der Polizei bei den Angeklagten an.

Einer von ihnen bestritt zum Prozessauftakt jede Entführungs- und Erpressungsabsicht. Der Iraner sei sehr nervös gewesen, weil sein Aufenthaltsstatus in Deutschland unsicher gewesen sei und in seiner Heimat ein Kopfgeld von 1,2 Millionen Euro auf seine Ergreifung ausgesetzt worden sei. Mit dieser „Räuberpistole” habe sich der Mann möglicherweise ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland sichern wollen, sagte der in der Sicherheitsbranche tätige Angeklagte. Man sei davon ausgegangen, dass der Iraner lediglich im Rahmen eines „Personenschutzes” gegen normales Honorar überwacht werden solle.

Die vier Mittäter hatten sich bereits zwischen Juli vergangenen Jahres und Januar vor derselben Strafkammer zu verantworten. Sie wurden am Ende alle zu Haftstrafen von mehr als vier Jahren verurteilt. Die Verfahren gegen die jetzigen Angeklagten wurde vom Gericht abgetrennt, um den Prozess besser führen zu können. Die Terminliste des Gerichts reicht bis Ende November.

(dpa)
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