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Militär: Oberst Noah C. Cloud übernimmt Kommando der US-Garnison Wiesbaden

Von Die US-Garnison in Wiesbaden hat seit gestern einen neuen Kommandeur. Normalerweise ist das ein Routinevorgang. Doch in Zeiten von Donald Trump kommt dem Wechsel eine zusätzliche Symbolik zu.
Viel Militärfolklore und Pathos begleitete den Wechsel von Colonel Fish (r.) auf Colonel Cloud (lks.).
Wiesbaden. 

Wie Noah C. Cloud alleine vor den mit Fahnen bewaffneten Soldaten im Kampfanzug steht und der „Army Song“ ertönt, fühlt sich der Beobachter fast in einen heroischen Hollywood-Western versetzt. „Marschiere mit, sing unser Lied. Mit der Armee der Freien. Zähl’ die Mutigen, Zähl’ die Wahrhaftigen, die bis zum Sieg kämpfen“, wabert es über das Gelände. In diesem Moment könnte auch die US-Kavallerie zu einem Himmelfahrtskommando irgendwo in den Weiten von Texas oder New Mexiko aufbrechen.

Von riskanten Einsätzen kann im Wiesbadener Stadtteil Erbenheim natürlich keine Rede sein. Wobei man in diesen Zeiten nichts beschwören will. Dennoch: Am Montagvormittag geht es in der Clay-Kaserne um einen Kommandowechsel. Oberst Cloud übernimmt von Oberst Todd J. Fish die militärische Leitung der US-Heeresgarnison Wiesbaden mit einer etwa 20 000-köpfigen amerikanischen Militärgemeinde.

Realismus und Vernunft

Zugleich befindet sich auf dem Stützpunkt acht Kilometer außerhalb der Wiesbadener Innenstadt und etwa 30 Kilometer westlich des Frankfurter Flughafens das Hauptquartier der US-Landstreitkräfte in Europa, die mit insgesamt 30 000 Soldaten auf Standorte von Italien bis Litauen verteilt sind. In der Clay-Kaserne schlägt somit das Herz der amerikanischen Militärpräsenz auf dem alten Kontinent.

Vor diesem Hintergrund schwingen in dem Kommandowechsel, der routinemäßig alle etwa zweieinhalb Jahre vollzogen wird, die Turbulenzen in der US-Politik, speziell die Diskussionen über die Verteidigungsstrategie der vergangenen Wochen und Monate mit.

Offiziell ist bei der kurzen militärischen Zeremonie dazu jedoch nichts zu vernehmen. Schon gar nicht zu den jüngsten Gedankenspielen von Präsident Donald Trump, die Soldaten aus Deutschland abzuziehen, falls das Land nicht sein Militärbudget kräftig erhöht. In ihren kurzen Reden betonen stattdessen die Militärs Cloud und Fish und auch Michael Formica, der für die Infrastruktur zuständige Kommandeur der Clay-Kaserne, die speziellen Verbindungen zum verbündeten Gastland.

Formica etwa spricht von den „starken Verbindungen zu Hessen“. Colonel Fish nennt seine Zeit in Wiesbaden „die beste Aufgabe“, die er hatte. „Wir sind wirklich zwei Nationen und eine Gemeinschaft“, sagt der scheidende Kommandeur und lobt zugleich das partnerschaftliche Verhältnis zur Landeshauptstadt und den Umlandkommunen der Kaserne.

Auch sein Nachfolger Cloud würdigt die Beziehungen zu den deutschen Partnern. „Ich werde die nächsten Jahre daran arbeiten“, versprach er.

„Die Zusammenarbeit mit den Amerikanern funktioniert gut“, sagt auch Olaf von Roeder, Oberst der Bundeswehr und Leiter des Landeskommandos Hessen. An den Spekulationen über die Zukunft der US-Präsenz will er sich nicht beteiligen. Aber von Roeder lässt durchblicken, dass er nicht an einen Abzug glaubt. „Es gibt viel Realismus und Vernunft in der Administration“, relativiert er Aussagen von Trump. Und von deutscher Seite setze man durch Kooperationsprojekte positive Signale.

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