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Schiersteiner Brücke: Schiersteiner Brücke: Erster Abschnitt für den Verkehr freigegeben

Von Nach vier Jahren Bauzeit rollt nun endlich der Verkehr über die neue Schiersteiner Brücke, am Dienstag wurde sie offiziell eröffnet. Das Projekt Schiersteiner ist damit nur zur Hälfte fertig: Bis 2021 soll auch die zweite Rheinbrücke stehen.
Teilabschnitt der neuen Schiersteiner Brücke freigegeben Foto: Andreas Arnold (dpa) Die erste Brücke ist fertig und für den Verkehr frei gegeben. Die alte Brücke (hinten) wird abgerissen und ebenfalls durch ein neues Brückenbauwerk ersetzt.
Wiesbaden. 

Der Blick des Ministers ging in die Höhe. „Und wie lange hält das jetzt – 50 Jahre?“, fragte Tarek Al-Wazir, hessischer Verkehrsminister (Grüne). Ziemlich genau 55 Jahre hatte die alte Schiersteiner Brücke zwischen Wiesbaden und Mainz gehalten, am Dienstag wurde ihr Nachfolgebau offiziell eröffnet – zumindest die erste Hälfte.

Am 13. September 2013 war Spatenstich für den Bau der neuen Schiersteiner Rheinbrücke, statt einem Bauwerk entstehen hier seither zwei neue Brücken. 205 Meter lang und 54 000 Quadratmeter Fläche, am Ende werden 30 000 Tonnen Stahl verbaut sein. Der erste Koloss wurde nun fertig, seit Montagfrüh rollt der Verkehr über die neue Brücke – sehr zur Erleichterung Tausender von Pendler. Mehr als 90 000 Fahrzeuge passieren die Autobahnbrücke zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz pro Tag – für 20 000 Fahrzeuge war die Brücke einst zwischen 1959 und 1962 gebaut worden.

Symbolische Freigabe

„Für das, was sie heute tragen muss, war die Brücke nie gemacht“, sagte Al-Wazir bei der symbolischen Freigabe am Dienstag. Besonders der Schwerlastverkehr setzte dem Brückenbauwerk zu. 2003 wurden deshalb die Weichen für einen Neubau gestellt, 216 Millionen Euro nimmt die Bundesregierung als Eigentümerin dafür in die Hand.

Die Schiersteiner sei nur eine von 39 500 Brücken in der Baulast des Bundes, sagte Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Allein 54 Brücken führten heute auf deutschem Gebiet über den Rhein. Und der Verkehr auf ihnen werde mehr: Um elf Prozent soll der Individualverkehr bis zum Jahr 2030 wachsen, der Güterverkehr gar um 38 Prozent. „Wir müssen unsere Infrastruktur fit machen“, betonte Bomba: „Wie wichtig, aber auch wie verletzlich unsere Infrastruktur ist, das hat die Schiersteiner Brücke gezeigt.“

Denn in der Nacht zum 11. Februar 2015 ging von jetzt auf gleich nichts mehr: Bei Gründungsarbeiten auf rheinland-pfälzischer Seite sackte ein Brückenpfeiler ab – die Schiersteiner hing schief und musste für Wochen komplett gesperrt werden. Von dem folgenden Verkehrschaos „erzählt man noch heute“, sagte Al-Wazir, aber auch wenn die Fastnachter gerne lästerten, ,Was Gott durch einen Fluss getrennt hat, soll der Mensch nicht durch Brücken verbinden’ – „wir sind der Meinung, dass Mainz und Wiesbaden verbunden gehören“, betonte er.

Schub für Logistik

„Die Brücke leistet eine Beitrag für Lebensqualität und Wohlstand in der Region“, befand auch sein rheinland-pfälzischer Ministerkollege Volker Wissing (FDP), die neue Brücke werde einen zusätzlichen Schub für Logistik und Gütertransport geben: „Wir kommen voran.“ Allerdings nicht so schnell wie ursprünglich geplant: 1,5 Jahre Verzögerung entstanden auch durch Bauprobleme in Hessen, Niedrigwasser auf dem Rhein und das Wetter stieß manchen Zeitplan um. „Es war wie mit Murphys Gesetz“, seufzte Al-Wazir, „was schief gehen konnte, ging schief.“

Und auch mit der Einweihung des ersten Brückenabschnitts sind die Probleme für die Pendler nicht vorbei: Auf der Verbindung zur Vorlandbrücke auf Mainzer Seite herrscht weiter Tempo 40, die Auffahrt in Mainz-Mombach ist für mindestens zwei Jahre gesperrt – und der dreispurige Ausbau der A643 im Anschluss ist noch nicht einmal beantragt. Man arbeite an den Unterlagen, heißt es aus dem Mainzer Ministerium, Gutachten müssten noch aktualisiert werden, bei der EU eine Stellungnahme zum Naturschutz eingeholt werden. Und dann ist da noch der Bau der zweiten Rheinbrücke: Die alte soll nun sukzessive von oben herunter abgerissen, auf den alten Pfeilern bis 2021 die neue Brücke errichtet werden. „Ein solches Brückenprojekt ist eine Herkulesaufgabe“, sagte der Präsident von Hessen Mobil, Burkhard Vieth, „die Probleme sind hoffentlich überwunden.“

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