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Öffentlicher Nahverkehr: Schülerticket: Wird das neue Angebot zu einem Verkaufsrenner?

Von Das hessenweite Schülerticket ist wohl die größte und am sehnlichsten erwartete Innovation im öffentlichen Nahverkehr Hessens seit Jahren. Seit dem 1. Juni läuft der Vorverkauf über Onlineshops, Ticket-Center und Hotline. Und die entscheidenden Wochen kommen erst noch.
Foto: Michael Faust Rouhallah Rahmani lässt sich an der Hauptwache von VGF-Mitarbeiter Ahmet Dayik (rechts) beraten.
Frankfurt. 

Die Autogrammstunde eines angesagten Popstars? Oder die Präsentation eines neuen iPhones? Zugegeben, der Vergleich ist etwas übertrieben, dennoch herrscht ein beträchtlicher Andrang auf der B-Ebene der Hauptwache, und das bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VFG). Vor allem Jugendliche sind es, die am späten Freitagvormittag einen kleinen mobilen Stand vor den Treppen zu den S-Bahn-Gleisen aufsuchen.

Zu ihnen gehört der 17-jährige Rohallah, der ein ausgefülltes Formular nebst Ausweis und Geld dabei hat. Wie alle anderen ist der schlaksige Jugendliche wegen des neuen Schülertickets Hessen gekommen, das er an diesem Tag kaufen möchte. „Ich wohne in Bad Vilbel und gehe auf die Freie Waldorfschule in Frankfurt“, sagt der Schüler. „Eine gute Idee“ nennt er die Jahreskarte, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ab dem 1. August anbietet. Schließlich fahre er jeden Tag in die Mainmetropole.

Sascha Dorf ist aus Nieder-Eschbach angereist. Aus einer orangefarbenen Mappe zieht er zwei Schülerticket-Anträge für seine beiden Kinder. Sein zwölfjähriger Sohn und seine 14-jährige Tochter hätten bisher die CleverCard gehabt, berichtet Dorf. Da beide täglich nach Frankfurt zur Schule fahren, würden sie nun auf die neue Fahrkarte umsteigen. Auch er findet das Angebot klasse, einzig genaue Angaben zum Ausfüllen des Formulars habe er auf der Webseite des VGF vermisst.

Optimistische Schätzung

Beispiele wie diese ließen sich noch eine Weile fortsetzen und geben einen Eindruck davon, wie der Vorverkauf der hessenweiten „Flatrate für Bus und Bus“ läuft, wie der RMV sein Angebot fürs neue Schuljahr nennt. „Gut einen Monat nach Start des Vorverkaufs hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund bereits rund 135 000 Schülertickets verkauft“, berichtete das Unternehmen. Das entspreche den Erwartungen.

Für 365 Euro ein Jahr durch ganz Hessen

Das Schülerticket Hessen ist ab dem 1. August gültig und gilt in ganz Hessen. Es kostet als Jahreskarte 365 Euro. Sowohl jährliche als auch monatliche Zahlung sind möglich.

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Bei den 135 000 Karten handele es sich allerdings nur um die über das verbundweite Verkaufssystem. In Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt verkauften zudem die örtlichen Verkehrsgesellschaften als RMV-Partner die Karten. Da die ersten Schätzungen eher niedrig sind, dürften die tatsächlichen Zahlen jedoch höher ausfallen. Die wollte der RMV zumindest bis gestern auf Anfrage noch nicht mitteilen.

Detaillierte Angaben liegen jedoch vom VGF in Frankfurt, dem größten Verkehrsunternehmen im Verbund, vor. „Wir haben bisher 1800 Tickets im Barverkauf abgesetzt“, sagte VGF-Sprecherin Karola Brack. Bei den Abonnements liege man bislang bei 4000 bis 4500 Tickets. „Da wird noch einiges hinzukommen“, zeigen sich Brack und ihre Kollegen zuversichtlich, dass die Zahlen in den kommenden Wochen weiter nach oben schnellen werden.

Bei den Barverkäufen etwa rechnet man mit 8000 Tickets, die abgesetzt werden, bei den Abonnements geht man von rund 28 000 aus. „Wir sind da optimistisch“, sagte VGF-Geschäftsführer Thomas Wissgott. Der große Ansturm werde wahrscheinlich zum Ferienende kurz vor Schulbeginn einsetzen, weiß Wissgott aus der Erfahrung der vergangenen Jahre. Man freue sich jedoch, wenn die Kunden jetzt schon kommen und nicht auf den letzten Drücker.

Da ist aber wohl der Wunsch Vater des Gedankens, obwohl man sich bei dem städtischen Verkehrsunternehmen alle Mühe gegeben hat, den Ansturm zu kanalisieren. So war der VGF-Infobus bereits vor den Sommerferien an den Schulen der Rhein-Main-Metropole, und auf jeweiligen Schulfesten gab es Infostände, an denen Bestellscheine ausgegeben und angenommen wurden. Auch dort sei die Resonanz sehr positiv gewesen, sagt Mario Moreira, der für die Kundeninformation zuständig ist. „Die Schüler und auch die Eltern waren gut informiert.“ Auch nach den Ferien werde man noch einmal an den Schulen vertreten sein. Wie überhaupt Beratung und Verkauf über die verschiedensten Kanäle läuft.

Beratungsbedarf größer

Der VGF ist auf Facebook vertreten, hat eine eigene Hotline geschaltet und hat zudem einen Onlineshop eingerichtet, auf dem die Kunden am Bildschirm den Bestellschein ausfüllen können. Bislang müsse dieser aber noch ausgedruckt und beim VGF abgegeben werden, sagte Moreira. Ziel sei es jedoch, den Bestellprozess ab dem kommenden Jahr komplett online abzuwickeln.

Und schließlich ist da noch die klassische Verkaufsschiene über das Ticket-Center respektive die Beratung über die Infostände an der Hauptwache, die ab dem 31. Juli nicht nur wie bisher Freitag und Samstag, sondern täglich an der Hauptwache besetzt sind.

„Wir merken, dass der Beratungsbedarf größer ist als bei der Clever Card“, hat Moreira beobachtet. Bei alldem ist man beim VGF vom neuen Ticket schwer überzeugt. „Das Angebot ist genial“, sagt Geschäftsführer Thomas Wissgott, der die Einsatzmöglichkeit der Fahrkarte für das ganze Bundesland hervorhebt. Solch ein Produkt gebe es in dieser Form bisher nur in Hessen.

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