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Unterwegs in Hessen: Wildwechsel

pjz_fnp_Michael_Pfister_2018_1 Foto: Heike Lyding Michael Pfister

Normalerweise ist Rodheim ja ein beschauliches Fleckchen Erde. Landschaftlich schön wie die ganze Wetterau, aber ansonsten ruhig und eher unspektakulär – na ja, bis auf unser Freibad, in dem im Sommer oft die Post abgeht. Als ich aber kürzlich mit meiner Familie im Auto auf dem Heimweg war, wurde ich eines Besseren belehrt. Wir fuhren, von Köppern kommend, auf der Landstraße L 3204 in Richtung Rodheim, als plötzlich etwas Großes in unseren Audi A 4 hineinknallte – und das auf den letzten Metern. Mein Vater bremste reaktionsschnell. Wie sich herausstellte, war uns ein Rehbock ins Auto gerannt. Das Ganze kam so unvermittelt, dass niemand von uns – wir waren zu viert – den Hergang mitbekommen hatte. War vielleicht besser so, denn auch so war das Resultat erschütternd. Das Tier lag tot im Straßengraben – Genickbruch, wie ich vermutete. Und das Auto hatte vorne links eine dicke Delle in der Motorhaube; außerdem hatte es den Kühlergrill weggefetzt. Ironie der Geschichte: Kurz vor dem Unfall hatte meine Mutter noch von sich gegeben: „Schau mal, wie schön die Scheinwerfer die Straße ausleuchten.“ Aber was nützt die beste Technik, wenn die Natur ihren eigenen Willen hat, sprich das Reh genau an der Stelle, wo wir unterwegs waren, die Straße überqueren wollte? Nur ein Gutes, wenn man so will, hatte die Sache: Jahrelang hatten wir geflissentlich die Warnschilder „Vorsicht Wildwechsel“ am Straßenrand ignoriert. Seit diesem Vorfall kann davon keine Rede mehr sein.

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