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Friedrich Stoltze: Wortmächtig für die Freiheit

Die Stiftung der Frankfurter Sparkasse setzt sich mit ihrem Friedrich-Stoltze-Museum seit 1978 dafür ein, dass der Vorkämpfer für Demokratie und Gerechtigkeit nicht vergessen wird.

Friedrich Stoltze (1816–1878) ist für die meisten ein Satiriker, der Gedichte und Texte in Frankfurter Mundart verfasste. Doch seine Texte dienten nicht nur der Unterhaltung, er kritisierte mit ihnen häufig die Obrigkeit und engagierte sich für Demokratie und Gerechtigkeit. Dafür musste er oft teuer bezahlen. Seit 2014 befindet sich das Museum im Kundenzentrum der Frankfurter Sparkasse. Dort kann man in einem Rundgang das Leben und Wirken Stoltzes nachvollziehen.

Man sieht Fotos aus Stoltzes Leben und zahlreiche seiner Zeitungen und Gedichte. In einigen bringt er seine große Liebe zu Frankfurt zum Ausdruck, etwa mit seinen berühmtesten Zeilen von 1880: „Es will merr net in mein Kopp enei, wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!“

In vielen schlägt er aber einen sehr viel schärferen Ton an, etwa wenn er wieder und wieder Bismarck karikiert, die leeren Versprechungen der Parteien kritisiert oder die Ausbeutung der Bürger durch die Obrigkeit anprangert. Hier wird deutlich, wie wichtig ihm Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Einheit und Freiheit waren. Aufgewachsen ganz im Geiste des Vormärz – das Gasthaus seiner Eltern galt als Treffpunkt des liberalen Bürgertums –, nahm er schon als 15-Jähriger am Hambacher Fest teil und verfolgte auch 1848 aktiv das politische Geschehen. Seine provokanten Schriften und Zeitungen (die berühmteste, die „Frankfurter Latern“ gründete er 1860) kamen bei der Bevölkerung gut an, bei der Obrigkeit aber weniger. Zeitweise wurde er in Hessen und Kurhessen steckbrieflich gesucht. Zeitlebens kämpfte er mit der Zensur.

Auch privat vertrat Stoltze fortschrittliche Ansichten und verstieß gegen Konventionen. So war seine Ehe mit der katholischen Marie Messenzehl eine der ersten Mischehen. Elf Kinder hatte das Paar. Auch von ihnen sind in dem Museum Fotos zu sehen. Im Sommer zieht das Museum wieder um, in die „neue Altstadt“ am Römer.

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