Der Fluglärm spielte nur im Süden eine Rolle

Es war das meistdiskutierte Thema des Oberbürgermeister-Wahlkampfs: Doch der Fluglärm spielte nur im Süden der Stadt eine Rolle. Das geht aus der ersten Analyse des Wahlamts hervor.

Die Mitarbeiter des Wahlamts haben wieder die Nacht durchgearbeitet und schon am Montagvormittag die erste Analyse der Oberbürgermeister-Wahl vorgelegt. Für den zuständigen Stadtrat Volker Stein (FDP) ist ein Ergebnis besonders offensichtlich: Am Jahrestag der Reaktor-Katastrophe von Japan gab es am vergangenen Sonntag keinen "Fukushima-Effekt" mehr. Deshalb hätten die Grünen gegenüber der Kommunalwahl vor einem Jahr etwa die Hälfte ihrer Wähler verloren. "Die meisten dieser Stimmen dürften bei Peter Feldmann gelandet sein", meint Stein. Die Experten des Wahlamts schließen das aus den Ergebnissen in den Wahlbezirken, in denen die Grünen bei der Kommunalwahl besonders stark waren. Dort konnte SPD-Kandidat Feldmann stark zulegen.

Am stärksten ist er im Riederwald (47 Prozent) und in seinem Heimat-Stadtteil Bonames (46,8 Prozent). Sein schlechtestes Ergebnis erzielte Feldmann in Sachsenhausen-Süd (21,5 Prozent). Das hat offensichtlich mit dem Thema Fluglärm zu tun. Denn Ursula Fechter, die Kandidatin der Flughafenausbaugegner (FAG), kam im südlichsten Frankfurter Stadtteil auf ihr bestes Ergebnis: 28,1 Prozent. In den Wahllokalen in der Martin-Buber-Schule und im Bergkindergarten, also in den am stärksten vom Fluglärm betroffenen Gebieten, erhielt Fechter mit Abstand die meisten Stimmen. In Niederrad kam sie auf 17 Prozent, in Oberrad auf 15,8 Prozent. Nördlich des Mains spielte der Fluglärm allerdings nur eine untergeordnete Rolle. In den meisten Stadtteilen erhielt Fechter nur etwa ein Prozent der Stimmen. Selbst am Frankfurter Berg, wo sich eine Bürgerinitiative gebildet hat, kam sie nur auf zwei Prozent.

Die meisten Stimmen erhielt in Sachsenhausen-Süd zwar Boris Rhein, aber mit 30,9 Prozent liegt er deutlich unter den dort üblichen CDU-Ergebnissen.

Am besten schnitt Rhein in seinem Wohnort Nieder-Eschbach ab (58,8 Prozent) sowie im benachbarten Nieder-Erlenbach (56,7 Prozent), wo Petra Roth wohnt. Generell erzielte Rhein die besten Ergebnisse im Norden und Westen. Am schwächsten ist er im Süden sowie in den innenstadtnahen Vierteln wie Bockenheim oder Bornheim.

Grünen-Kandidatin Rosemarie Heilig konnte in keinem einzigen Stadtteil die meisten Stimmen erzielen. Am besten schnitt auch sie in ihrem Heimat-Stadtteil Nordend-Ost ab (24 Prozent). Auch in Bockenheim, Sachsenhausen-Nord und im Ostend kam sie auf überdurchschnittliche Ergebnisse. Die wenigsten Stimmen erhielt sie im äußersten Westen der Stadt.

In der Gruppe der über 60-Jährigen – aus der die meisten Wähler kommen – hat Rhein die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Bei der Geschlechterverteilung fällt auf: Unter den Wählern von Feldmann und Heilig sind mehr Frauen als Männer, bei Rhein ist die Verteilung ausgewogen. mu

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