In 17 Tagen startet OB-Wahl

Das erste Mal findet in Frankfurt eine Direktwahl des Stadtoberhauptes statt, bei der feststeht, dass die Siegerin nicht Petra Roth (CDU) heißt. Zehn Kandidaten bewerben sich am 11. März um die Nachfolge im Amt des Oberbürgermeisters.
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Rund 467 000 Frankfurter, darunter auch EU-Bürger, sind aufgerufen, den Nachfolger für Oberbürgermeisterin Petra Roth zu wählen. Weil die Stadt in Roths letzter Amtszeit kontinuierlich gewachsen ist, dürfen gleich 32 000 Bürger mehr an die Urnen gehen als noch 2007. Damals lag die Wahlbeteiligung nur bei 36,6 Prozent. Roth siegte mit 60,5 Prozent der Stimmen. Seit 1995 wird der Frankfurter OB direkt gewählt – bisher siegte immer Roth.

Das geringe Interesse an der Wahl 2007 erklärten die Fachleute mit der mangelnden Konkurrenz. Es traten zwar auch damals zehn Kandidaten an, aber weder Grüne noch Liberale stellten einen Bewerber auf. Diesmal haben die Grünen Rosemarie Heilig nominiert, sie kandidiert auf dem zweiten Listenplatz. Listenplatz 1 hat der hessische Innenminister und Frankfurter CDU-Kreisvorsitzende Boris Rhein, den sich Roth als Nachfolger wünscht. Die Listung erfolgt nach der Reihenfolge des Ergebnisses bei der Kommunalwahl am 27. März vergangenen Jahres. Weil die Grünen die SPD als zweitstärkste Kraft in der Stadt überholten, ist SPD-Bewerber Peter Feldmann Liste 3. Auf Rang 4 kandidiert Janine Wißler von der Linken (sie schreibt sich laut ihres Personalausweises mit "ß", die Schreibweise mit "ss" ist ihr Künstlername).

Herbert Förster von der Piratenpartei darf nach dem erstmaligen Einzug seiner Gruppierung in das Stadtparlament auf Platz 5 antreten. Auf Platz 6 kandidiert der unabhängige Kandidat Karl-Maria Schulte. Wahlvorschlag Nummer 7 ist Ursula Fechter von den Flughafenausbaugegnern (FAG). Ihr ehemaliger Parteifreund Rainer Rahn hat eine bessere Platzierung Fechters verhindert. Rahn war als letzter Vertreter der FAG 2011 in das Stadtparlament gewählt worden, trat dann aber aus der FAG aus. Wäre er bei der FAG geblieben, hätte Fechter auf Platz 6 kandidieren können.

So aber wurden die Plätze aller Kandidaten, deren Parteien nicht im Stadtparlament vertreten sind, ausgelost. Dabei zog der Feuerwehrmann Harald Frenzel aus Fränkisch-Crumbach den Listenplatz 8. Frenzel ist ein Mann mit starken Nerven. Fünf Minuten vor Ablauf der Anmeldefrist am 5. Januar um 18 Uhr legte Frenzel seine Unterstützerliste mit 186 Unterschriften vor. "Aber es war alles rechtens", betonten Wahlleiterin Regina Fehler und Hans-Joachim Grochocki vom Bürgeramt. Liste 9 ist Jean-Jules Tatchouop, ebenfalls ein unabhängiger Kandidat. Der letzte und 10. Listenplatz fiel an Oliver Schmitt von der Partei "Die Partei". Er war langjähriger Chefredakteur des Frankfurter Satiremagazins "Titanic" und hat für den Wahlkampf "95 Thesen für Frankfurt – und keine für Offenbach" formuliert.

Für die Frankfurter beginnt die OB-Wahl bereits am Montag, 30. Januar. Ab diesem Tag können Bürger ihre Briefwahlunterlagen beantragen und abgeben. Der Briefwahlantrag kann per Post oder persönlich im Wahlamt an der Zeil 3 und im Höchster Bürgeramt im Bolongaropalast gestellt werden. An beiden Orten sind Briefwahllokale eingerichtet. Es wird mit rund 40 000 Briefwählern gerechnet. Insgesamt stehen 365 Wahllokale zur Verfügung, rund 4000 ehrenamtliche Wahlhelfer werden im Einsatz sein. Wahlleiterin Fehler sucht noch Helfer. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung von 40 bis 45 Euro, je nach Funktion. Informationen gibt es unter (0 69) 21 24 04 00. Wahlberechtigt sind alle Deutschen und EU-Bürger, die am 11. März 1994 oder früher geboren sind und am Wahltag mindestens seit dem 11. Dezember 2011 in Frankfurt wohnen. Für die Wahl steht ein Budget von 1,3 Millionen Euro bereit. tre

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