Wahlkrimi in Frankfurt

Von Es werden in der Mainmetropole zwei spannende Wochen bis zur Entscheidung. Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) sitzt ein überraschend starker Peter Feldmann (SPD) im Nacken. Die drittplatzierten Grünen kündigen an, keine Wahlempfehlung auszusprechen. Mit Link zu den Ergebnissen aus allen Wahlbezirken
Die Rivalen Boris Rhein (CDU, 2. von li.) und Peter Feldmann (SPD, re.), links steht OB Petra Roth (CDU).	Foto: Weis Die Rivalen Boris Rhein (CDU, 2. von li.) und Peter Feldmann (SPD, re.), links steht OB Petra Roth (CDU). Foto: Weis

Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Frankfurt hat es gestern keinen Sieger gegeben. Der favorisierte CDU-Kandidat Boris Rhein schnitt mit 39,1 Prozent der Stimmen zwar am besten ab, aber sein SPD-Konkurrent Peter Feldmann ist ihm mit 33 Prozent erstaunlich dicht auf den Fersen. Rosemarie Heilig, die Kandidatin der in Frankfurt zuletzt sehr starken Grünen, kam auf nur 14 Prozent.

Von den übrigen sieben Bewerbern schnitt Ursula Fechter von den Flughafenausbaugegnern mit vier Prozent noch am besten ab. Der Fluglärm durch die neue Landebahn war das herausragende Thema des Wahlkampfs. Die Wahlbeteiligung war zwar etwas höher als vor fünf Jahren, blieb mit 37,5 Prozent aber hinter den Erwartungen zurück.

Feldmann jubelte über das Ergebnis, mit dem er nicht gerechnet hatte. "Das ist der Hammer", sagte er. Die SPD war bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr gerade einmal auf 21,3 Prozent der Stimmen gekommen, und Umfragen hatten Feldmann weit unter der 30-Prozent-Marke gesehen. Feldmann führt sein Abschneiden in erster Linie auf seine Wahlkampfthemen soziale Sicherheit und Wohnungsnot zurück. Für die Stichwahl rechnet er sich gute Chancen aus. Vor allem setzt er auf die Wähler der Grünen, die er mit einem Programm zum ökologischen Stadtumbau ansprechen will.

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Allerdings hofft auch die CDU auf die Grünen, mit denen sie im Frankfurter Stadtparlament eine Koalition bildet. Die könne nur mit ihm als Oberbürgermeister fortgesetzt werden, betonte Rhein. "Das Wahlergebnis ist eine gute Voraussetzung für die Stichwahl", zeigte er sich siegesgewiss. Rhein habe um fast zehn Prozentpunkte besser abgeschnitten habe als die CDU bei der letzten Kommunalwahl, hob der CDU-Kreisvorsitzende Uwe Becker hervor. Das zeige, dass er nicht nur als Parteipolitiker, sondern auch als Person Stimmen gewinnen könne.

Die FDP, die keinen Kandidaten stellte, rief die Grünen dazu auf, in der Stichwahl Rhein zu unterstützen. Das wollen diese aber nicht tun. "Unserer Wähler sind klug genug, um selbst zu entscheiden", sagte die gescheiterte Kandidatin Rosemarie Heilig. Es gibt allerdings auch bei den Grünen Stimmen, die darauf hinweisen, dass die Partei kein Interesse an einem SPD-Oberbürgermeister haben könne. Dadurch werde nur die erfolgreiche Arbeit der schwarz-grünen Koalition gefährdet, sagte der grüne Verkehrsdezernent Stefan Majer.

Die Grünen hatten intern auf mindestens 15 Prozent der Stimmen gehofft. Heilig zeigte sich dennoch nicht enttäuscht. Es sei sehr schwer gewesen, sich innerhalb von nur zehn Wochen bekannt zu machen. Außerdem sei die Wahl sehr schnell auf einen Zweikampf zwischen Rhein und Feldmann hinausgelaufen, und auch der bundesweite Trend laufe derzeit gegen die Grünen.

Die Wahl war nötig geworden, weil die seit 17 Jahren amtierende Oberbürgermeisterin Petra Roth im Sommer vorzeitig aus dem Amt scheidet. 463000 Wahlberechtigte konnten zwischen insgesamt zehn Kandidaten wählen.

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