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Eintracht Frankfurt: Adi Hütter kommt: Das Trainer-Casting bei der Eintracht ist vorbei

Von Andere Namen wurden höher gehandelt. Seit Mittwoch aber ist klar: Adi Hütter wird neuer Trainer von Eintracht Frankfurt. In der Schweiz traut man ihm diese Herausforderung in jedem Fall zu.
Lässt Bern hinter sich und kommt zur Frankfurter Eintracht: Adi Hütter. Foto: MANUEL GEISSER (imago sportfotodienst) Lässt Bern hinter sich und kommt zur Frankfurter Eintracht: Adi Hütter.
Frankfurt. 

Kurz bevor sich der Nebel lüftete, hatte Kevin-Prince Boateng noch einen Tipp für die Trainerfindungskommission. „Ich denke, er sollte in dieser Mannschaft Sprachkenntnisse haben“, sagte der schlagfertige Anführer der Frankfurter Eintracht augenzwinkernd, als er darauf angesprochen wurde, ob er mit all seinen Erfahrungen in der Welt des Fußballs in die Suche nach einem Nachfolger für seinen abwandernden Chef Niko Kovac eingebunden wäre. „Meine Meinung ist da nicht gefragt“, antwortete Boateng kurzerhand, nicht ohne einzuräumen, dass dieses Thema die Spieler beschäftigt: „Natürlich sind wir gespannt, wer Trainer wird“, berichtete er bei einem Pressetermin am Mittwochmittag, in dem es ansonsten vor allem um die bevorstehende Berlinreise mitsamt großem Finale im Olympiastadion ging. Boateng freilich war kaum vom Podium im Mediensaal der Frankfurter Arena gestiegen, da drangen die ersten Meldungen durch: Der 48 Jahre alte Österreicher Adi Hütter wird zur neuen Saison Eintracht-Trainer, das bestätigte der Bundesligist Mittwochnachmittag dann auch offiziell.

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„Adi ist ein echter Fußballfachmann, der diesen Sport durch und durch lebt. Seine Vita ist beeindruckend, denn er hat nachhaltig bei mehreren Clubs bewiesen, dass er mit harter Arbeit auch aus geringen Möglichkeiten das Optimum herausholen kann“, erklärte der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic in der entsprechenden Mitteilung. „Er passt daher perfekt zu unserem Club.“ Dem Vernehmen nach sollten am Mittwoch bei einem Treffen noch einmal letzte Details der Zusammenarbeit besprochen, mit der Vollzugsmeldung aber zumindest noch bis zur nächsten Woche gewartet werden. Nach ersten Medienberichten ging alles dann aber doch schneller.

Noch wichtige Termine

Beide Clubs haben noch wichtige Termine vor sich, bei deren Vorbereitung sie sich eigentlich nicht unbedingt ablenken lassen wollten: Die Eintracht misst sich am Samstag im Endspiel um den DFB-Pokal mit dem normalerweise übermächtigen FC Bayern, pikanterweise ja der neue Club von Niko Kovac. Und Hütter, der in seinem dritten Jahr bei den Young Boys Bern überraschend die Schweizer Meisterschaft gewann, hat noch das Schweizer Pokalfinale vor sich: Am 27. Mai trifft er mit den Bernern auf den FC Zürich, erst in der Woche danach wird er in Frankfurt vorgestellt.

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Hütter stand in Bern bis 2019 unter Vertrag, für ihn wird also eine Ablöse fällig. Mit seiner Verpflichtung könnte der Eintracht ein echter Coup geglückt sein – und ihre Verantwortlichen haben es immerhin recht lange geschafft, die Personalie geheim zu halten. Zuletzt waren Namen wie Slaven Bilic oder David Wagner höher gehandelt worden, Hütter höchstens am Rande ein Thema. Dabei hatte dieser nie einen Hehl daraus gemacht, irgendwann den Sprung in die Bundesliga versuchen zu wollen. Im Oktober hatte er Werder Bremen abgesagt und dabei durchblicken lassen: Ein Club aus den ersten Acht der Tabelle sollte es schon sein. Dieses Kriterium erfüllt die Eintracht, trotz den Enttäuschungen der letzten Ligaspiele, gerade noch.

Reif für die Bundesliga

In der Schweiz hätte man Hütter durchaus schon einen größeren Verein zugetraut, er selbst hatte in einem Interview im April immerhin befunden: „Ich bin reif für die Bundesliga.“ Das Berner Umfeld beeindruckte die Art und Weise, wie er eine Zug um Zug verjüngte Mannschaft entwickelte und führte, nebenbei auch mit seiner souveränen Außendarstellung. Die Young Boys führte er mit schwungvollem Offensivfußball aus der Krise, vorbei am ungleich finanzstärkeren Serienmeister FC Basel auf den Thron. In der Regel in einem andernorts inzwischen etwas aus der Mode gekommenen 4-4-2-System, mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und sehr offensiven Flügelläufern.

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Das Berner Publikum begeisterte diese Mischung, und es sah bei den vielen eigenen Toren gerne darüber hinweg, dass seine Mannschaft für ein Team dieser Kategorie auch vergleichsweise viele Tore kassierte. In Frankfurt wird er seine Taktik möglicherweise etwas anpassen müssen – die zuletzt gewohnte Favoritenrolle wird Hütter mit der Eintracht in der Bundesliga nicht in allzu vielen Begegnungen einnehmen. Bobic, der zuletzt viele Sondierungsgespräche geführt hatte, ist da guter Dinge: „Adi war immer vorne dabei und unsere konstruktiven Gespräche sind letztendlich zu einem guten Ergebnis gekommen“, sagte er über das Trainer-Casting. „Als Spieler hatte ich die Möglichkeit, zu 1860 München zu wechseln. Damals habe ich mich entschieden, in Salzburg zu bleiben. Damals habe ich mir geschworen: Wenn ich wieder die Chance habe, in die Bundesliga zu wechseln, nehme ich das wahr. Ich wollte mit Bern noch Meister werden, jetzt erfülle ich mir diesen Traum“, erklärte Hütter. Seine letzte Mission an der alten Wirkungsstätte ist nun das Schweizer Double. Die Erfolge übrigens hat er mit einer Mannschaft errungen, die einen ähnlich hohen Vielvölker-Faktor hat wie jene der Eintracht. Kevin-Prince Boateng kann da beruhigt sein: Mit Multi-Kulti kennt sich der neue Chef aus. Und er wird sich schon verständlich machen können.

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