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Eintracht Frankfurt: Bei Marc Stendera wird ebenfalls über ein Leih-Modell nachgedacht

Von Barkok könnte auch Stendera die Eintracht verlassen – zumindest vorübergehend. Klar ist: Auf den Rängen wird es voll bei den internationalen Festspielen.
Foto: Huebner/Scheiber (Jan Huebner)
Frankfurt. 

Wenn die Adlerträger alle Sehnsuchtsjahre wieder einmal zu Europareisen aufbrechen dürfen, dann brechen in Frankfurt die Server zusammen. Während an manch anderem Bundesliga-Standort die Europa League vor Geisterkulissen ausgespielt wird, weil man die zweite Klasse des internationalen Fußballs offenbar etwas unter der eigenen Würde ansiedelt, weiß man bei der Eintracht derlei Festtage zu feiern. Um ein volles Haus braucht man sich jedenfalls keine Sorgen zu machen: Als gestern der noch nur Stehplatzdauerkarten-Inhabern vorbehaltene Vorverkauf für die drei garantierten Heimspiele in der Gruppenphase begann, war der Andrang so groß, dass der Ticketshop auf der Eintracht-Homepage wegen Überlastung vorübergehend dichtmachte.


Dass die Ränge bei den Europa-Terminen gefüllt sein werden, ist jetzt schon klar. Wer dann auf dem Rasen steht, hingegen noch nicht so ganz. Ein paar noch dem aktuellen Kader des Pokalsiegers zuzuordnene Kandidaten haben dabei freilich nicht die besten Chancen. Darunter auch Marc Stendera, das zuletzt ziemlich auf der Stelle tretende Regietalent. Eigentlich hatte der 22-Jährige noch einmal richtig angreifen wollen, ab nächstem Montag, wenn unter dem neuen Trainer Adi Hütter die Vorbereitung zur neuen Runde aufgenommen wird. Bis dahin hat er seinen Berater Sascha Bürger eigentlich auch angewiesen, die angeblich reichlich vorhandenen Anfragen anderer Clubs nicht wirklich zu bearbeiten. Freilich weiß er auch: Die vergangene Runde war für Stendera ein „verlorenes Jahr“, wie Berater Bürger vor zwei Wochen gegenüber dieser Zeitung einräumte. Ein weiteres dieser Art soll es natürlich nicht geben. Vielleicht ist da ja ein verliehenes Jahr doch besser?


Bei der Eintracht hat man offenbar schon andere Pläne mit Stendera im Hinterkopf. „Wir überlegen, ihn auszuleihen. Dann könnten wir sehen, wie er sich bei einem anderen Verein entwickelt und hätten die Option, dass er zurückkommt“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner nun im Fachmagazin „Kicker“ und fügte an: „In dem Alter musst du spielen – egal wo. Die Hauptsache ist, dass du sportlich den nächsten Schritt machst. Nur Training und Zuschauen, das bringt dich nicht weiter.“ Mit Aymen Barkok hat ein anderes von vielen Hoffnungen begleitetes Eigengewächs gerade diesen Weg gewählt: ausgeliehen an die Düsseldorfer Bundesliga-Aufsteiger, mitsamt Kaufoption für die Fortuna und Rückkaufoption für die Eintracht. Auch für Stendera könnte ein solches Gastsemester möglicherweise sinnvoll sein, so sehr ein weiterer zumindest zwischenzeitlicher Abschied eines Talents aus eigener Schmiede manchen Anhänger schmerzen wird.
Zumal die Konkurrenz im Mittelfeld wieder groß sein wird, auch ohne Omar Mascarell. Die Hoffnungen auf einen Verbleib des Spaniers hat Hübner inzwischen aufgegeben. „Wir haben uns wirklich angestrengt, seinen Vertrag zu verlängern. Das kam aber nicht zustande“, sagte er. „Wenn du diese Zeichen in der Kombination mit dem Interesse von anderen Vereinen siehst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir ihn verlieren, relativ groß.“


Es sieht ganz so aus, als würde Real Madrid die Rückkaufklausel über vier Millionen Euro nutzen und prompt gewinnbringend an Schalke 04 weiterverkaufen. Womöglich ist Mascarell sogar schon vor dem Neustart am 2. Juli weg. Mit den Königsblauen soll er sich laut „Bild“ schon einig sein, dort könnte er sechs Millionen Euro jährlich einstreichen und sein Gehalt auf für Frankfurter Verhältnisse utopische Weise vervielfachen.


Abwanderungsbewegungen anderer Art könnte es bei Reservisten aus der zweiten und dritten Reihe geben. „Es werden noch Spieler kommen, so dass es für sie nicht einfacher wird“, sagte Hübner dem „Kicker“ über Taleb Tawatha, Danny Blum und Daichi Kamada. Gleiches gilt für Branimir Hrgota, der vor einem Wechsel zu Hannover 96 steht. „Es liegt alleine am Spieler. Er muss entscheiden, ob er das letzte Jahr erfüllt oder sich verändert“, meinte Hübner dazu. Umgekehrt sollen Neuzugänge dafür sorgen, dass der Kader auf höherem Niveau breit genug besetzt ist, um neben Bundesliga und DFB-Pokal auch die Europa-Tournee zu bewältigen.
Genug Fans werden bei den internationalen Festspielen so oder so mit von der Partie sein. Wie bei der bislang letzten Europapokalteilnahme vor fünf Jahren. Obwohl die Eintracht erst einmal nur Blind Dates verkauft, mit noch unbekannten Gegnern – die Gruppen werden erst am 31. August ausgelost. Die drei Heimspiele aber dürften bis dahin schon ausverkauft sein.

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