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Der dritte Mann: Carlos Salcedo darf endlich die Nachfolge von Jesus Vallejo antreten

Von Viel Geduld musste Carlos Salcedo nach seiner Schulterverletzung aufbringen. Gut möglich, dass er jetzt sein Eintracht-Debüt geben darf.
Carlos Salcedo Foto: Heiko Rhode Carlos Salcedo
Frankfurt. 

Wenn man sich mit Carlos Salcedo unterhält, kommt das Wort „Pacienca“ auffallend häufig vor. „Man muss Geduld haben“, lässt der mexikanische Nationalverteidiger in Diensten von Eintracht Frankfurt dann beispielsweise von Dolmetscher Stéphane Gödde aus dem Spanischen übersetzen. Geduld musste Salcedo tatsächlich eine Menge aufbringen, seit er am 21. Juni derart heftig auf die Schulter knallte, dass das Eckgelenk gesprengt war. Gut zehn Wochen, die nicht immer einfach waren. „Es ist schwierig, wenn man warten muss. Als Spieler drängt man natürlich zurück auf den Platz“, räumt er ein, nun, da das Warten ein Ende hat und er seinen neuen Job endlich richtig antreten kann. „Die medizinische Abteilung hat grünes Licht gegeben, ich fühle mich gut“, berichtet Salcedo von seinen Einsatzmöglichkeiten und fügt an: „Die Entscheidung liegt beim Trainer, und ich werde alles akzeptieren, was er sagt.“

Gut möglich, dass Niko Kovac gleich am Samstag im Spiel bei Borussia Mönchengladbach auf seinen neuen Verteidiger baut. Auch der Trainer des Fußball-Bundesligisten musste sich in Geduld üben. Recht frühzeitig hatte man den 23-jährigen Salcedo unter Vertrag genommen, ausgeliehen für ein Jahr vom mexikanischen Club Deportivo Guadalajara, und auch eine Kaufoption vereinbaren können. Mitte Juni war das. Nur ein paar Tage später aber sollten alle Pläne über den Haufen geworfen werden. Beim Confederations Cup verletzte sich Salcedo im Spiel gegen Neuseeland. „Das waren zwei Seiten einer Medaille“, erzählt der 23-Jährige von dem WM-Testlauf in Russland. „Erst einmal ist ein Traum in Erfüllung gegangen, mein Land vertreten zu dürfen. Mexiko ist eine große Fußballnation“, sagt er. „Die Verletzung aber war natürlich die Schattenseite. Das hat mich schon eine Weile traurig zurückgelassen.“ Umso mehr hat er sich gefreut, als Mexiko am Wochenende die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 geschafft hat – ohne ihn, der in Frankfurt an seinem Debüt für die Eintracht gearbeitet hat, und ohne den von einer Bandscheiben-Operation ausgebremsten Club-Kollegen Marco Fabian.

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Rang 1 schnappt sich eindeutig Kevin Trapp. Der heutige National-Torhüter wechselte im Sommer 2015 für 9,5 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain.Dass Lajos Détári Frankfurt verlassen hat, ist zwar schon einige Jahre her. Trotzdem ist der Ungar bis heute einer der Spieler, der der SGE im Verhältnis am meisten Geld eingespielt hat. Der offensive Mittelfeldspieler und Pokalheld wechselte 1988 für damals etwa 18,5 Millionen D-Mark. Heute läge sein Preis bei knapp 9 Millionen Euro und damit auf Platz 2.Platz 3 geht an Bastian Oczipka. Der Linksverteidiger wechselte im Sommer 2017 für 4,5 Millionen Euro zum FC Schalke 04.

Bis zum russischen Sommer freilich gehen die Gedanken noch nicht voraus. „Jetzt will ich erstmal hier Leistung bringen“, betont Salcedo. „So kann ich mich für Mexiko empfehlen, das geht Hand in Hand. Die absolute Konzentration aber liegt auf der Eintracht: Ich möchte mit dieser Mannschaft Erfolge feiern.“ Als das Angebot gekommen sei, habe er gleich gewusst: „Das will ich machen.“

Gespräche mit Fabian

Im Trainingslager der Nationalmannschaft vor dem Confederations Cup wurde das Interesse konkret. Klar, dass sich Salcedo intensiv darüber mit Landsmann Fabian austauschte, wie er ein Mann aus Guadalajara. „Er hat vor allem von der Stimmung im Stadion und den Fans erzählt“, berichtet der Verteidiger von den Gesprächen mit dem derzeit verhinderten Spielmacher.

Schon nach der Copa America 2015 habe er zwei Angebote aus der Bundesliga gehabt, verrät Salcedo. Gerüchte gab es um Bayer Leverkusen und Schalke 04, doch damals bekam er die Freigabe nicht. Im Jahr danach durfte er sich zum AC Florenz nach Italien ausleihen lassen. 14 Mal stand er beim Tabellenachten der Serie A in der Startelf, vier Mal wurde er eingewechselt. „Ich habe jede Minute genossen, die auf dem Platz stand“, sagt er. „Insgesamt war es eine erfolgreiche Zeit.“ Trotzdem wollte er unbedingt den nächsten Schritt machen, nach Deutschland: „Eher früher als später.“

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Die Verantwortlichen der Eintracht waren wiederum froh, rasch einen Nachfolger für Jesus Vallejo gefunden zu haben – den jungen Spanier, der bei seiner Ausleihe nach Frankfurt so überzeugt hatte, dass ihn das ruhmreiche Real Madrid unbedingt nach Hause holen wollte. „Mit ihm holen wir einen Innenverteidiger, der keinen Zweikampf scheut“, lobte Sportvorstand Fredi Bobic – und war „schockiert“, als der Neuzugang kurz darauf seine Krankmeldung einreichen musste.

Alle Narben verheilt

Erst schien es sogar, als wäre Salcedo bis weit in den Herbst hinein zur Zwangspause verdammt. Er selbst tat aber alles dafür, dass es schneller ging, heuerte sogar einen eigenen Physiotherapeuten aus Costa Rica an. „Ich hatte das Gefühl, dass ich noch Sonderschichten brauchte“, erklärt er. Mit Erick Rodriguez, dem Mann seins Vertrauens, arbeitete er auch an freien Tagen auf dem Platz, einen Monat lang. „,Wir haben verschiedene Situationen simuliert. Ich muss in Zweikämpfe gehen, springen, Kopfbälle gewinnen. Er ist dann auch mal in die Rolle des Stürmers geschlüpft. Das hat geholfen, um Ängste abzubauen“, sagt der Innenverteidiger, der auch schon auf der rechten Seite oder vor der letzten Verteidigungsreihe gespielt hat.

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Bei Niko Kovac dürfte er in der Regel der dritte Mann im Abwehrtrio mit Makoto Hasebe und David Abraham sein, so wie Vallejo im vorigen Jahr. „Wir haben ihn nicht für die Bank geholt“, betonte der Trainer, als er Anfang August schon mit einem Blitz-Comeback Salcedos geliebäugelt hatte. Letztlich mussten alle länger warten, bis alle Narben verheilt und Entzündungen zurückgegangen waren. Trainiert hat Carlos Salcedo schon länger mit den neuen Kollegen, am Freitag beim Übungskick gegen Amateure aus dem Marburger Raum trug er erstmals das Eintracht-Trikot. Und am Samstag in Mönchengladbach soll sich die Geduld dann endgültig gelohnt haben.

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