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Eintracht Frankfurt: Carlos Salcedo imponiert bei der WM in Russland

Die mexikanische Nationalmannschaft greift im letzten WM-Vorrundenspiel gegen Schweden (heute, 16 Uhr) nach dem Gruppensieg. Weil sie bislang ein starkes Umschaltspiel gezeigt hat. Und weil Eintracht-Spieler Carlos Salcedo in der Innenverteidigung auftrumpft. In Frankfurt könnte der 24-Jährige in der nächsten Saison zu einer unverzichtbaren Größe werden. Wenn er sich nicht wieder verletzt.
Mexikos Carlos Salcedo (links) ließ Julian Draxler im WM-Auftaktspiel gegen Deutschland nicht zur Entfaltung kommen. Foto: Elmar Kremser/SVEN SIMON (imago sportfotodienst) Mexikos Carlos Salcedo (links) ließ Julian Draxler im WM-Auftaktspiel gegen Deutschland nicht zur Entfaltung kommen.
Frankfurt. 

Vor rund drei Monaten sprach nicht viel dafür, dass Carlos Salcedo in Russland seine erste Weltmeisterschaft werde spielen können. Denn der Verteidiger hatte sich in einem Länderspiel gegen Kroatien (0:1) verletzt und musste eine niederschmetternde Diagnose verkraften: Schlüsselbeinbruch. „Er muss operiert werden, die Saison dürfte beendet sein“, hatte Ex-Eintracht-Trainer Niko Kovac damals wenig Hoffnung, dass der zweikampfstarke Salcedo in der heißen Saisonphase wieder zur Verfügung stehen könnte. Der künftige Bayern-Coach sollte mit seiner Prognose nicht Recht behalten. Der im Sommer 2017 vom mexikanischen Club Deportivo Guadalajara ausgeliehene Salcedo, der auch wegen seiner vielen Tattoos auffällt, stand am vorletzten Bundesliga-Spieltag gegen den Hamburger SV (3:0) wieder auf dem Platz. Und er hatte zwei Wochen später großen Anteil daran, dass die Eintracht sensationell Pokalsieger wurde. „Ich fühle mich immer besser und immer stärker“, hatte der Defensivmann nach seinem Comeback gesagt.

In Russland überzeugt Salcedo in diesen Tagen nun auch auf internationalem Terrain. Im zweiten Gruppenspiel gegen Südkorea (2:1) agierte er in der Innenverteidigung äußerst souverän, war in brenzligen Situationen stets auf dem Posten und zählte zu den besten Akteuren in der mexikanischen Elf. Dass das deutsche Nationalteam im Auftaktspiel schlecht aussah und überraschend mit 0:1 unterlag, lag nicht nur an der quirligen Offensivabteilung um Stürmer Hirving Lozano, der den entscheidenden Treffer erzielte und hinterher mit Lobeshymnen überschüttet wurde. Denn ohne den Mann, den sie in der Heimat „El Titán“ nennen, hätte es den Coup gegen den Weltmeister vielleicht nicht gegeben.

Als rechter Verteidiger sorgte Salcedo dafür, dass Filigrantechniker Julian Draxler wie ein Lehrjunge aussah und kaum Akzente setzen konnte. Er agierte kompromisslos, ging keinem Zweikampf aus dem Weg. Sein unerbittlicher Auftritt verwunderte wenig, denn Salcedo hatte vor dem WM-Auftakt große Töne gespuckt. „Ich sehe keinen Grund, weshalb wir nicht gegen Deutschland gewinnen sollten“, tönte der gelernte Innenverteidiger. Ein solches Selbstverständnis kann freilich nur jemand an den Tag legen, der sich immer quälen kann – und vor allem will. Jemand, der nicht aufsteckt, wenn es ganz schlecht aussieht.

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So jemand wie Carlos Salcedo, der bei der Eintracht in den vergangenen Wochen mächtig Eindruck hinterlassen hat. Weil er sehr diszipliniert an seinem Comeback arbeitete. Und weil er die Ärzte verblüffte, die an eine Genesung nach nur fünf Wochen Pause nicht geglaubt hatten. Seine Mentalität dürfte ein Grund gewesen sein, dass die Eintracht-Verantwortlichen um Sportvorstand Fredi Bobic auch in der kommenden Saison mit dem 1,85-Meter-Mann planen.

Vertrag bis 2022

Vor knapp sechs Wochen zog der Club eine Option, überwies fünf Millionen Euro nach Mexiko – und verlängerte mit Salcedo bis 2022. Sein Verbleib hatte lange auf der Kippe gestanden. „Es ist nicht endgültig entschieden“, hatte Ex-Trainer Kovac Ende März zu Protokoll gegeben. Die Zurückhaltung hing wohl weniger mit den Fähigkeiten als vielmehr mit der Verletzungsanfälligkeit des 24-Jährigen zusammen. Denn schon vor seinem Wechsel nach Frankfurt hatte ihm die Schulter Probleme bereitet.

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24 Pflichtspiele absolvierte Salcedo in der vergangenen Saison. In der Innenverteidigung spielte er meist einen unaufgeregten Part, konnte aber die hohen Erwartungen des Umfelds nicht ganz erfüllen. Er prägte das Frankfurter Defensivspiel nicht so wie es Ausnahmekönner Jesús Vallejo getan hatte. Nun, nachdem sich eine Rückkehr des Spaniers in Diensten von Real Madrid wohl zerschlagen hat, ruhen die Hoffnungen in Frankfurt auch auf Carlos Salcedo, der zusammen mit David Abraham eine überdurchschnittlich starke Bundesliga-Innenverteidigung bilden könnte.

Es könnte aber auch sein, dass Salcedo ziemlich schnell für größere Clubs aus dem Ausland interessant wird. Wenn er häufiger so spielt wie gegen Deutschland und Südkorea, dann dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, ehe Bobic und Co. Angebote im zweistelligen Millionenbereich erhalten. Werbung in eigener Sache kann Carlos Salcedo schon heute wieder machen.

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