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Eintracht Frankfurt: Die Kehrtwende: Ante Rebic kommt zurück zur Eintracht

Von Gesunkene Ablösesumme, sportliche Not und veränderte Personalpolitik: Gleich mehrere Gründen ermöglichen die Rückkehr von Ante Rebic zu Eintracht Frankfurt.
Kommt zurück an den Main: Ante Rebic. Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Kommt zurück an den Main: Ante Rebic.
Jetzt also doch: Eintracht Frankfurt hat Ante Rebic zurückgeholt. In den vergangenen Wochen waren die Verantwortlichen immer wieder in eine Art Erklärungsnotstand geraten, wenn Journalisten die Sprache auf die Qualitäten des bald 24 Jahre alten kroatischen Nationalspieler gebracht hatten. Denn Rebic hatte in guten Spielen den Unterschied ausmachen können, so wie zuletzt im Pokalendspiel, als er Borussia Dortmund ganz viele Probleme bereitet und auch das einzige Frankfurter Tor erzielt hatte. Die Eintracht hätte ihn schon gleich nach der Saison weiter verpflichten können, dieses Recht hatten sie sich beim Leihvertrag mit dem AC Florenz in der vergangenen Spielzeit einräumen lassen. Doch Trainer Niko Kovac hatte sich dagegen ausgesprochen. "Der Trainer hat die letzte Entscheidung gefällt", hatte Sportvorstand Fredi Bobic betont, sportliche Gründe hätten den Ausschlag gegeben, nicht wirtschaftliche.
 
Das war einigermaßen erstaunlich, denn Kovac galt seit seiner Zeit als kroatischer Nationaltrainer, in der er Rebic zum Nationalspieler gemacht hatte, als Fürsprecher des Stürmers. Doch so richtig gut miteinander ausgekommen sind die beiden nicht. "Manchmal hat er Sachen gemacht, die waren Wahnsinn, aber dann hat er mich auch in den Wahnsinn getrieben", hat Kovac noch vor nicht allzulanger Zeit in einem Interview gesagt. Es habe Trainingseinheiten gegeben, in denen Rebic "alles überrannt habe", hatte der Trainer hinzugefügt, "manchmal haben sich die Journalisten, die draußen standen, mehr bewegt." Das war deutlich. Die Sprunghaftigkeit von Rebic hat dem Trainer ganz offenbar missfallen. Und deshalb wurde Rebic zum AC Florenz zurückgeschickt.
 
Warum nun die Kehrtwende? Zum einen ist Rebic preiswerter geworden. "Transfermarkt.de" schätzt den Marktwert auf 2,5 Millionen Euro ein, vor drei Jahren hatte er noch bei 4,5 Millionen Euro gelegen. In Florenz hatte Trainer Stefano Pioli keine Verwendung für den Angreifer ihn, Rebic kehrte zurück auf den "Spielermarkt." Der eine oder andere Klub, darunter auch Aufsteiger Hannover 96, hatten sich Gedanken über ihn gemacht. Aber diese verworfen. Und so ist die Eintracht wieder ins Spiel gekommen. Angeblich drei Millionen Euro hätten die Frankfurter noch vor ein paar Wochen zahlen müssen, dazu ein ziemlich hohes Gehalt. Nun soll die Ablöse auf zwei Millionen gesunken sein und auch Rebic hat wohl Abstriche beim Honorar akzeptiert. Wegen des 2018 auslaufenden Vertrages in Florenz war ein Leihgeschäft nicht mehr möglich, die Eintracht hat Rebic fest verpflichtet. Was durchaus in die neue Transferphilosophie passt. Die Transferausgaben in diesem Sommer übersteigen inzwischen deutlich die Zwanzig-Millionen-Euro-Marke. Das ist absoluter Rekord für die Eintracht.
 
Doch die finanziellen Vorteile des verzögerten Transfers sind nur die halbe Wahrheit. Der sportliche Aspekt wiegt schwerer und war wohl ausschlaggebend. Die ersten Spiele haben nämlich gezeigt, dass die Frankfurter auf den Außenbahnen durchaus Defizite hat. Klappt es mal nicht mit dem Druck über offensive Außenverteidiger, so wie zuletzt im Heimspiel gegen Wolfsburg, werden die Bereiche an den Seitenlinien, vor allem links, zum Brachland. Ein dribbelstarker, individuell gefährlicher Außen kann da nur gut tun. Dass Rebic keine Eingewöhnungszeit benötigen wird, weder sportlich, weil er ja die Vorbereitung in Florenz mitgemacht hat, noch menschlich, weil er ja in ein vertrautes Umfeld zurückkehrt, ist sicherlich auch ein Vorteil.
 
Möglich wurde die Rückholaktion auch durch die veränderte Personalpolitik dieses Sommers. Spätestens seit dem Transfercoup mit Kevin Prince Boateng haben sich die Frankfurter davon verabschiedet, nicht mehr nur auf das Kollektiv zu setzen, sondern auch individuelle Freiheiten gepaart mit spielerischer Klasse bewusst zuzulassen. Das ist ein Entwicklungsschritt speziell von Trainer Kovac, dem hinter vorgehaltener Hand schon mal die "Gleichschaltung" aller Profis vorgeworfen wurde. Damit ist nun Schluss. Mit Boateng, mit Rebic, auch mit Jonathan de Guzman gehören inzwischen Profis dem Kader an, die durchaus auch ihren eigenen Kopf haben. Das könnte der Mannschaft gut tun. Wenn denn die Leistung stimmt.
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