E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 20°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Eintracht Frankfurt: Nicolai Müller kehrt zurück zur "alten Liebe"

Von Für die Eintracht-Jugend war er früher nicht gut genug, für die Profis ist Nicolai Müller die erste namhafte Verstärkung zur neuen Saison: Als Wolf-Ersatz kommt der Flügelstürmer vom HSV zurück zu seinem Herzensverein.
Hier ist Nicolai Müller (links) noch im Angriff gegen die Eintracht und den damaligen Frankfurter Verteidiger Michael Hector. Jetzt aber stürmt er vom Hamburger SV zurück zu seinem Herzensverein. Foto: imago sportfotodienst Hier ist Nicolai Müller (links) noch im Angriff gegen die Eintracht und den damaligen Frankfurter Verteidiger Michael Hector. Jetzt aber stürmt er vom Hamburger SV zurück zu seinem Herzensverein.
Frankfurt. 

Im Oktober 2016 machte Nicolai Müller aus seinem Herzen keine Mördergrube. Dem Flügelstürmer des Hamburger SV stand wieder einmal eine Begegnung mit seiner alten Liebe bevor, und aus gegebenem Anlass fragte das dortige „Abendblatt“ nach, wie das damals war, als er in der Frankfurter Jugend ausgemustert worden war. „Meine Welt ist zusammengebrochen“, erinnerte sich Müller an die schmerzliche Erfahrung. „Ich war eigentlich immer Frankfurt-Fan, und ich bin noch immer Eintracht-Fan. Aber mit 16 Jahren wurde mir im Eintracht-Internat gesagt, dass ich nicht gut genug sei.“ Nicht gut genug? Inzwischen ist man zumindest bei den Verantwortlichen der Profi-Abteilung offenbar zu einer anderen Meinung gelangt: Gestern jedenfalls hat der Fußball-Bundesligist die späte Rückkehr Müllers und damit die erste namhafte Verstärkung für die neue Saison unter Dach und Fach gebracht.

„Nicolai ist ein gestandener Bundesliga-Profi, der perfekt zu uns passt“, erklärte Sportvorstand Fredi Bobic. „Er ist schnell und vielseitig in der Offensive einsetzbar, dazu charakterlich ein Supertyp.“ Beim Pokalsieger füllt der mittlerweile 30 Jahre alte Rechtsaußen die freie Planstelle des dank einer Ausstiegsklausel über fünf Millionen Euro zu Borussia Dortmund abgewanderten Marius Wolf. Er selbst kann den HSV nach dessen erstem Abstieg ablösefrei verlassen, sein Vertrag läuft Ende dieses Monats aus.

Zunächst schien der Weg zu Hannover 96 zu führen, doch jetzt geht es zurück zu den Wurzeln. Müller, gebürtig aus Lohr am Main, eine Autostunde von der Frankfurter Arena entfernt, war von 1998 bis 2003 für den Nachwuchs der Eintracht am Ball, bis zur U 17, bis zur Ausmusterung. Beim Zweitligisten Greuther Fürth und vor allem dann beim FSV Mainz 05 eine Etage höher aber sollte er richtig durchstarten, kam 2013 gar zu zwei Länderspielen – und war dem HSV ein Jahr später stolze 4,5 Millionen Euro wert.

Verletzung ausgeheilt

Möglicherweise hätten die Hamburger auch jetzt noch ihr Abonnement auf die erste Klasse des deutschen Fußballs, wäre Müller nicht nach nur 15 Minuten der vergangenen Saison ein fataler Fehltritt unterlaufen: Nach seinem Treffer zum 1:0 gegen den FC Augsburg verletzte er sich beim Jubeln, fiel mit einem Kreuzbandriss im rechten Knie fast die ganze Runde aus – und kehrte erst am vorletzten Spieltag wieder auf den Rasen zurück, ausgerechnet in Frankfurt, bei der 0:3-Niederlage des HSV, dessen Abstieg damit so gut wie besiegelt war.

Die Eintracht bekommt mit Müller einen zuverlässigen Berufsfußballer, der trotz der schwierigen Zeiten an der Elbe auch dort immer wieder zu den Leistungsträgern zählte und es auf insgesamt 164 Bundesligaspiele und 37 Tore bringt. Und das ablösefrei, da ist Bobic und Co. ein Coup geglückt. „Auch die Verletzung ist komplett ausgeheilt“, betonte der Frankfurter Sportvorstand.

Kandidaten aus aller Welt waren nach Wolfs Abgang gehandelt worden, etwa der Franzose Jonathan Bamba oder der Brasilianer Carlos Eduardo. Möglicherweise kommt es auch noch zu einer weiteren Verpflichtung auf dieser Position, durch die zusätzlichen Herausforderungen in der Europa League gibt es gesteigerten Personalbedarf. Erst einmal aber hat man nicht bei einem jungen Talent aus der Ferne zugegriffen, sondern mit einem alten Bekannten aus der Region die Lücke schon gut gestopft.

Balljunge bei Schurs 6:3

„Hier ist in den letzten Jahren einiges gewachsen und ich möchte meinen Beitrag zu weiteren Erfolgen leisten. Ich kann es kaum erwarten, wieder für die Eintracht aufzulaufen“, sagte Nicolai Müller zur Rückkehr zu seinem Herzensverein. In dem Interview vor eineinhalb Jahren hatte er noch wehmütig zurückgeblickt: „Ich war als Jugendlicher Balljunge im Waldstadion. Ich kann mich beispielsweise noch bestens daran erinnern, wie die Eintracht am letzten Spieltag der Zweiten Liga durch ein 6:3 gegen Reutlingen aufgestiegen ist. Alexander Schur hat das letzte Tor geschossen, ich stand als Balljunge genau daneben. Solche Momente vergisst man nicht, auch nicht wenn einem dann später gesagt wird, dass es für eine Bundesligakarriere in Frankfurt nicht reichen soll.“ Nun wird doch noch etwas daraus, über viele Umwege und mit etwas Verspätung.

Zur Startseite Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen