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Fußball: 1. FFC nutzt Chancen nicht

Die Frankfurterin Cecilie Sandvej (links) bedrängt die Potsdamerin Svenja Huth. Foto: Oliver Zimmermann (imago sportfotodienst) Die Frankfurterin Cecilie Sandvej (links) bedrängt die Potsdamerin Svenja Huth.
Frankfurt. 

So richtig unzufrieden wirkte am Ende niemand. Matthias Rudolph, Trainer von Turbine Potsdam, jubelte über die drei Punkte, mit denen sein Team im Kampf um die Frauenfußball-Champions League im Spiel blieb. Sein Pendant aufseiten des 1. FFC Frankfurt, Niko Arnautis, gefiel indes, dass seine „jungen Wilden“ trotz der 0:1-Niederlage gute Fortschritte zeigten.

„Es war ein intensives Spiel, in dem wir auch unsere Momente hatten. Nur die Chancen machten wir nicht rein“, meinte Arnautis, der seine Defensivabteilung lobte. Der 1. FFC Frankfurt lieferte ab, was derzeit drin ist. Das ist im Moment nicht mehr als Mittelmaß. Zurecht verweisen der Coach wie auch Manager Siegfried Dietrich auf die gute Entwicklung der zahlreich eingebundenen Jugendlichen. Was ihnen aber fehlt, sind erfahrene Leistungsträgerinnen, die Führungspersönlichkeiten sind. Kathrin Hendrich, Jackie Groenen, Sophie Schmidt oder Cecilie Sandvej, allesamt gestandene Nationalspielerinnen, sollten es sein. Sie sind gute Fußballerinnen, aber keine Führungspersönlichkeiten.

Fünf ehemalige Frankfurter Führungspersönlichkeiten waren gestern im Stadion. Denn auf der Tribüne saßen Saskia Bartusiak, Kerstin Garefrekes, Louise Hansen und Renate Lingor. Die fünfte frühere Frankfurterin wirbelte auf dem Rasen – im Potsdamer Trikot. „Sie ist derzeit die beste deutsche Offensivspielerin und trotz enger Deckung nicht 90 Minuten lang auszuschalten“, waren sich beide Trainer hinterher in der Beurteilung über Svenja Huth einig.

Das einst als Prinz-Nachfolgerin gehandelte und von Trainer Colin Bell später nicht gewürdigte FFC-Eigengewächs genießt in Potsdam alle Freiheiten. „Sie darf wirbeln wie sie will. Alle arbeiten für sie, ihr Laufpensum ist aber das größte“, sagte Rudolph. Huth war es auch, die für die Entscheidung sorgte. Vier Chancen hatte die schnelle und robuste 27-Jährige. Zwei davon bescherte ihr die schwache Groenen, die sich oft verdribbelte, dann stehen blieb und damit Turbine-Konter einleitete. Beim ersten traf Huth den Pfosten (42.), beim zweiten erzielte sie das Tor des Tages (51.).

Da auch Hendrich, Sandvej und Schmidt schwach waren, Tanja Pawollek müde wirkte und die langsame Lise Munk überflüssig wirkte, kamen aus dem Mittelfeld kaum Impulse. Erst in der Schlussphase bauten die Gäste ab, der FFC kam auf, blieb aber wirkungslos. löf

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