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1. FFC Frankfurt: Ein Jahr nach dem Olympiasieg ist Saskia Bartusiak nur noch Zuschauerin

Von Morgen starten die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt in die neue Bundesligasaison – ohne ihre einstige Führungsfigur.
Olympia-Gold in Rio de Janeiro 2016: Der letzte Tag in der aktiven DFB-Karriere von Saskia Bartusiak. Foto: Soeren Stache (dpa) Olympia-Gold in Rio de Janeiro 2016: Der letzte Tag in der aktiven DFB-Karriere von Saskia Bartusiak.
Frankfurt. 

Wenn morgen der 1. FFC Frankfurt mit dem Match gegen den 1. FC Köln in die neue Bundesliga-Saison startet, wird Saskia Bartusiak als Zuschauerin dabei sein. Ein Jahr nach dem emotionalen Höhepunkt ihrer Karriere. Am 19. August 2016 führte sie im legendären Maracana-Stadion in Rio de Janeiro die deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Kapitänin aufs Spielfeld und wurde durch den 2:1-Sieg über Schweden Olympiasiegerin. Drei Tage später trat sie nach 101 Länderspielen aus der Nationalelf zurück.

Ihre Entscheidung hat sie bis heute nicht bereut: „Rio war der perfekte Abschluss. Was gibt es Schöneres, als sein letztes internationales Spiel im Olympia-Finale in so einem Stadion machen zu dürfen? Die Bilder sehe ich noch klar vor meinen Augen. Den Einlauf ins Stadion, wie wir es beim Abpfiff nicht gleich realisieren konnten, uns mit Annike Krahn kurze Zeit später in den Armen lagen, wie wir in den Katakomben auf die Siegeszeremonie warteten. Und den Augenblick, als wir das Podium betraten und über 50 000 Zuschauer applaudierten.“

Ebenso gern erinnert sich Saskia Bartusiak an die Tage danach. Als die Mannschaft beim ersten Besuch nach dem Triumph im Deutschen Haus auf die Bühne gebeten wurde. Als tags darauf die mit Silber dekorierten Männer hinzu kamen und alle ein tolles Gemeinschaftsgefühl erlebten. „Mit den Bender-Zwillingen habe ich mich super verstanden“, erinnert sich „Sassi“. Und dann die drei Tage im olympischen Dorf, das Daumendrücken im Leichtathletik-Stadion, die tolle Stimmung im Deutschen Haus. Und die Abschlussfeier. „2008 in Peking durften wir nicht bleiben. Diesmal wurde es uns überlassen, ob wir nach Hause fliegen oder noch ein paar Tage bleiben.“ Bartusiak blieb. „Die Schluss-Zeremonie war überwältigend.“

Daheim in Frankfurt blieb kaum Zeit, sich feiern zu lassen. „Klar, wir standen im Fokus der Öffentlichkeit, wurden überall gefeiert, oft eingeladen, auf der Straße angesprochen. Zwei Wochen nach dem Olympiasieg stand aber der erste Bundesliga-Spieltag an. Der Hype ging nach einigen Wochen vorüber, unser Leben hat sich normalisiert.“ Bartusiak spielte die Saison für den 1. FFC Frankfurt zu Ende und beendete im Mai ihre Karriere.

Das erste ihrer 393 Pflichtspiele bestritt die gebürtige Frankfurterin 1997 für den FSV Frankfurt mit 15 Jahren. „An das Spiel kann ich mich nicht erinnern. Aber mein erstes Bundesligator schoss ich gegen Heike Rheine, das weiß ich noch genau.“

2005 wechselte Bartusiak zum 1. FFC Frankfurt. Seitdem sammelte sie viele Trophäen. Die erste 2006, als der Verein die Champions League gewann. Ein Jahr später wurde sie mit 25 erstmals in die DFB-Auswahl berufen. Fünf Monate später kehrte sie aus China als Weltmeisterin zurück. Dann: 2007 Deutsche Meisterin und Pokalsiegerin, 2008 das Triple mit Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal. 2009 und 2013 Europameisterin. 2015 noch einmal Champions-League-Siegerin.

Nun arbeitet Bartusiak in der Scouting- und Analyse-Abteilung des DFB. Ein Kribbeln, wenn die Bundesliga nun ohne sie beginnt, verspürt sie nicht. „Die Motivation fürs Training oder Spiel würde ich nicht mehr aufbringen. Es war eine tolle Zeit. Aber jetzt ist es genug, es ist Zeit für etwas anderes.“

An den Triumph vor einem Jahr wird sie zu Hause durch die olympische Goldmedaille erinnert. Sie liegt zusammen mit anderen Trophäen in einem Schrank. „Das ist kein Altar, ich schaue sie mir nicht täglich an, bin aber schon stolz auf sie. Die hat nicht jeder daheim.“

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