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Frankfurt Universe: Universe. Griff nach dem German Bowl

Von Die Universe steht am Samstag als erstes Frankfurter Football-Team seit 1981 im Finale um die deutsche Meisterschaft.
Kampf dicht über der Grasnarbe: Solche Szenen wird es auch im Finale am Samstag in Berlin zwischen den Football-Teams der Frankfurter Universe und Schwäbisch Hall geben. Foto: Roskaritz /Eibner-Pressefoto (imago sportfotodienst) Kampf dicht über der Grasnarbe: Solche Szenen wird es auch im Finale am Samstag in Berlin zwischen den Football-Teams der Frankfurter Universe und Schwäbisch Hall geben.
Frankfurt. 

Als das Ei aus Übersee nach Deutschland geflogen war und American Football begann, sich hierzulande zu etablieren, spielte Frankfurt dabei eine zentrale Rolle. Das erste größere Duell zweier US-Kasernenmannschaften wurde kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Waldstadion ausgetragen, und es waren die hiesigen Löwen, die sich nicht nur als erster Verein für die neue Sportart zusammenfanden, sondern 1979 und 1980 auch die frühesten Auflagen des nationalen Meisterschaftsfinals gewannen.

An diese Tradition könnte der heutige GFL-Club vom Main am Samstag (18 Uhr/live auf Sport 1) in Berlin anknüpfen. Zum ersten Mal nach 1981 steht in der Universe wieder ein Frankfurter Vertreter im mittlerweile als German Bowl firmierenden Endspiel um den Titel. Gegner sind die Einhörner aus Schwäbisch Hall, die am Ende der Saison bereits dreimal und dabei auch 2017 triumphierten. Und die für die Hessen bislang noch nie zu schlagen waren.

Doch das jüngste Aufeinandertreffen in der Süd-Staffel der Hauptrunde, der erstmals seit 37 Jahren wieder beide Finalisten angehören, nährt in der Mannschaft von Universe-Trainer Brian Caler die Hoffnung auf eine Überraschung. Nur drei Punkte entschieden Anfang August das Duell zwischen den beiden Formationen, die sowohl defensiv als auch offensiv zu den stärksten der Liga gehören.

14 500 Fans wollen nach Auskunft von Tom Aust, Pressesprecher des veranstaltenden American Football Verbandes Deutschland (AFVD), live erleben, wie sich der Kampf um das Spielgerät entwickelt. Das von Bauarbeiten in seiner Kapazität eingeschränkte Stadion im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist damit ausverkauft. Dabei rechnen die Frankfurter selbst laut Noch-Geschäftsführer Michael Schwarzer nur mit bis zu 1000 eigenen Anhängern. Der Rest, so Aust, ströme aus allen Teilen des Landes zusammen.

Coach Caler und seine Kollegen haben die „Men in Purple“ intensiv auf die Begegnung vorbereitet. Die außergewöhnliche Atmosphäre war dabei kaum ein Thema. „Je öfter man über etwas spricht, desto mehr beschäftigt es einen“, erklärt der Amerikaner. Spätestens nach dem zweiten Spielzug sei das Umfeld sowieso vergessen. Immerhin wurden zwei der abendlichen Trainingseinheiten vor der Abreise am Freitag von Zuschauerlärm aus Lautsprechern begleitet.

Das Team hat schon die ganze Saison über bewiesen, dass es sich von Störgeräuschen von außen nicht irritieren lässt. Die Insolvenz der Profi GmbH hat die sportliche Leistung des Vorjahreshalbfinalisten nie negativ beeinflusst. Dafür zollt auch Ligavertreter Aust Respekt. Die Universe habe ihre Strafe bekommen. Vier Punkte wurden ihr abgezogen und eine Geldstrafe von 8500 Euro verhängt, nachdem die Frankfurter schon 2016 und 2017 gegen Lizenzierungsbestimmungen verstoßen hatten. In sportlicher Hinsicht jedoch hätten sich die Hessen regelkonform für das Endspiel qualifiziert. Dem solle man nun Rechnung tragen.

Das sieht auch Schwarzer, der wohl Hauptschuldige an der finanziellen Misere, so: Kritiker sollten „mir oder jemand anderem den Kopf einhauen“, aber Spieler und Trainer könnten nichts für die Schieflage. Im Gegenteil haben sie mit dem „unfassbaren“ Erfolg und der daraus resultierenden Aufmerksamkeit die bestmöglichen Chancen darauf eröffnet, neue Sponsoren zu finden, nachdem Namensgeber Samsung seinen Rückzug zum Jahresende beschlossen hat.

Bis Dienstag müssen die Lizenzunterlagen für die neue Spielzeit eingereicht werden. Laut Schwarzer ist das nicht viel mehr als ein Signal dafür, auch im nächsten Jahr wieder in der GFL dabei sein zu wollen. In den folgenden zwei bis drei Monaten sei dann noch Zeit zum Nachbessern.

„Stand jetzt“, so Schwarzer, dürfte die erste German-Bowl-Teilnahme der Universe auch die letzte für längere Zeit sein. „Da müssen wir uns nichts vormachen“, sagt der frühere Eishockeyspieler. Dem Team könnte das allerdings einen Motivationsschub verleihen. Wenn es die aktuelle Lage überhaupt im Kopf hat.

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