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FSV Frankfurt: Der schwierige Weg zurück zur Normalität

Von Die Vergangenheit wurde nicht vollständig aufgearbeitet, die Gegenwart hat viele Baustellen und die Zukunft des langjährigen Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt ist weiter ungewiss – auch wenn das Insolvenzverfahren kurz vor dem Abschluss steht.
Das Präsidium des FSV: Präsident Michael Görner (links) und seine Stellvertreter Reinhold Greiner und Stephan Siegler (rechts). Foto: Reinhard Roskaritz (www.bild-pressehaus.de) Das Präsidium des FSV: Präsident Michael Görner (links) und seine Stellvertreter Reinhold Greiner und Stephan Siegler (rechts).
Frankfurt. 

Ein Blick auf den Spielplan ihrer Mannschaft ist für viele Anhänger des FSV Frankfurt immer noch eine schmerzhafte Angelegenheit, an die sie sich auch nach über drei Monaten nicht gewöhnt haben. Schott Mainz, Astoria Walldorf oder TSV Steinbach heißen mittlerweile die Gegner der in die Fußball-Regionalliga Südwest abgestürzten Bornheimer, die noch vor zwei Jahren in den stimmungsvollen Stadien des FC St. Pauli, Union Berlin oder Dynamo Dresden ihre Gastspiele gaben.

Trotz der immer noch nicht verarbeiteten Trauer über den rasanten Abstieg in die Viertklassigkeit können die Fans des FSV sich glücklich schätzen, dass ihr Verein immerhin der Regionalliga angehört. Denn als der am Montagabend mit großer Mehrheit wiedergewählte Präsident Michael Görner Anfang April das Erbe der zurückgetretenen Führungsspitze um Julius Rosenthal angetreten hatte, sah es gar nicht gut aus für den FSV und seine ausgegliederte Fußball GmbH.

Geplünderte Konten

Die Konten waren geplündert, der Schuldenstand betrug über drei Millionen Euro. Angesichts von offenen Rechnungen von 1,2 Millionen Euro hatten Anfang März zwei Steuerbüros unabhängig voneinander dem alten Präsidium und dem damaligen Geschäftsführer der GmbH, Clemens Krüger, nahe gelegt, so schnell wie möglich einen Insolvenzantrag zu stellen. Krüger und das ihn kontrollierende Präsidium ignorierten diese Ratschläge, setzten vielmehr auf weitere Stundungsverfahren und warfen Ende März schließlich das Handtuch. Die Quittung dafür erhielt das alte Präsidium am Montagabend, als ihm die Entlastung durch die Mitglieder mit großer Mehrheit verwehrt wurde (wir berichteten). Das Übergangspräsidium mit Görner und seinem Stellvertreter Stephan Siegler hingegen fand für seine sieben Monate währende Arbeit eine breite Zustimmung bei den Mitgliedern, obwohl Görner und Siegler am 12. April der bittere Gang zum Amtsgericht nicht erspart blieb. „Die Insolvenz der GmbH war alternativlos“, erklärte der alte und neue Präsident des FSV Frankfurt, der gemeinsam mit Siegler und den wenigen Mitstreitern auf der Geschäftsstelle in den letzten Monaten eine Herkulesaufgabe stemmte, um die GmbH sowie den Verein mit seinem Nachwuchsleistungszentrum und seiner Fußballschule am Leben zu erhalten.

Obwohl das Insolvenzverfahren, bei dem es um Forderungen der Gläubiger von 4,2 Millionen Euro ging, kurz vor dem Abschluss steht, wird es noch ein sehr schwieriger Weg, den der FSV Frankfurt zurück zur Normalität vor sich hat. Finanziell wie sportlich. Obwohl viele Sponsoren die Bornheimer trotz des Insolvenzverfahrens weiter unterstützen und so einen Gesamtetat von 1,6 Millionen Euro ermöglichten, bleibt die Suche nach einem potenten Namensgeber für das Stadion die größte Baustelle für die Verantwortlichen des FSV, dem ansonsten ein weiteres Loch im Etat droht. Denn zu allem Überfluss sind die Frankfurt Universe, der Club aus der German Football League (GFL) und Mieter des Stadions im Frankfurter Osten, das für die nächsten sieben Jahre vom FSV betrieben wird, seit dem Spätsommer mit Mietzahlungen von über 100 000 Euro im Rückstand. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese Aufgabe zu lösen“, versprach Görner nach seiner Wiederwahl den Mitgliedern, die sich bei bis zu sechs möglichen Absteigern (Görner: „Die Regionalliga ist brutal“) auf einen nervenaufreibenden Existenzkampf ihrer Mannschaft einstellen müssen.

Görners Visionen

Und am Ende der Saison werden die Anhänger des FSV Frankfurt froh sein, wenn ihr Team wieder in Steinbach, Walldorf oder bei Schott Mainz antreten darf. Auch wenn Görner trotz der Schwerstarbeit, die er derzeit verrichten muss, seine Visionen hat: „Ich persönlich sehe die Zukunft des FSV nicht in der Regionalliga, sondern in den ersten drei Ligen. Aber daran verschwende ich im Moment noch keine Gedanken.“

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