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FSV Frankfurt: Neuer Trainer, altes Leid

Von Der erhoffte Effekt nach dem Trainerwechsel blieb aus. Der vom Abstieg bedrohte FSV Frankfurt unterlag zu Hause dem Halleschen FC mit 0:1 und zeigte dabei erneut eine bedenklich schwache Vorstellung.
Er muss sich verbiegen: der neue FSV-Trainer Gino Lettieri. Foto: Christian Klein (FotoKlein) Er muss sich verbiegen: der neue FSV-Trainer Gino Lettieri.
Frankfurt. 

Das Nachspiel war deftig und ging verbal ganz offensichtlich derart unter die Gürtellinie, dass man sogar kurzzeitig um die Gesundheit der Teilnehmer dieser „Diskussion“ fürchten musste. Shawn Barry, der Innenverteidiger des Fußball-Drittligisten FSV Frankfurt, war unmittelbar nach der 0:1-Heimniederlage gegen den Halleschen FC an den Zaun der Südtribüne geeilt und hatte sich einer Handvoll aufgebrachter Fans gestellt, die den schnellen und impulsiven Defensivspezialisten der Bornheimer wohl so beleidigt hatten, dass der Amerikaner mit puerto-ricanischen Wurzeln erst von seinem neuen sportlichen Vorgesetzten beruhigt werden konnte.

Heikle Mission

Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat Gino Lettieri, der neue Cheftrainer der Bornheimer, wohl endgültig realisiert, auf welch heikle Mission er sich da im Frankfurter Osten eingelassen hat. Bei dem Zweitliga-Absteiger, der sich durch seine seit Monaten anhaltende Misserfolgsserie im freien Fall Richtung Viertklassigkeit befindet, liegen mittlerweile die Nerven blank.

Zumal auch der Trainerwechsel – Lettieri hatte am Dienstag den am Tag zuvor entlassenen Roland Vrabec auf der sportlichen Kommandobrücke abgelöst – noch nicht die erhoffte Trendwende einleitete. „Durch den Trainerwechsel hatten wir schon die Hoffnung, dass sich schnell etwas ändern wird. Aber es hat sich nichts geändert“, erklärte Clemens Krüger, der Geschäftsführer des FSV Frankfurt, sichtlich angeschlagen nach der Heimpleite gegen den Club aus Sachsen-Anhalt, der nach einer langen Durststrecke in der Fremde seinen zweiten Auswärtssieg in dieser Saison feierte.

„Meine Mannschaft hat das Spiel gut angenommen, denn beim Gegner sind nach dem Trainerwechsel die Uhren wieder auf null gestellt worden“, hatte Halles Trainer Rico Schmitt seine Spieler auf einen hoch motivierten Gegner vorbereitet, der im Verlauf der ereignisarmen Begegnung allerdings all jene Tugenden vermissen ließ, die einfach notwendig sind, um ein lauf- und zweikampfstarkes Ensemble wie das aus Halle in Schwierigkeiten zu bringen.

„Es ist bedenklich, was die Mannschaft heute angeboten hat. Sie muss ihre Mentalität ändern“, sagte Krüger nach dem Auftritt der Gastgeber, der einem sportlichen Offenbarungseid glich und kaum Hoffnung auf Besserung weckte. Ohne seinen Stammtorhüter Sören Pirson, dessen Vater gestorben war, und den verletzten Denis Streker legten die Bornheimer vor etwa 3000 Zuschauern zwar einen engagierten Start hin, der in der 14. Minute aber jäh beendet wurde.

Nach einem weiten Einwurf ließen gleich drei Frankfurter Abwehrspieler Dorian Diring am Strafraum alle Freiheiten, der mit seinem Schuss aus rund zwölf Metern Pirson-Vertreter Jannis Pellowski keine Abwehrchance ließ. Fortan traten die Hessen so auf wie schon vor einer Woche bei der 1:3-Niederlage in Großaspach und in vielen weiteren Spielen der vergangenen Wochen: blutleer, unkonzentriert sowie in der Offensive uninspiriert und ungefährlich. Ein Freistoß von Milad Salem, der in der 61. Minute das Tor verfehlte, sowie eine Halbchance des eingewechselten Mohamed Morabet (78.) waren die einzigen Torschüsse der Frankfurter, die außerdem läuferisch enttäuschten und sich körperlich nicht im besten Zustand befinden. „Der Eindruck ist da. Aber das kriegen wir nicht in einer Woche weg. Wir haben keine Chance, das jetzt zu steuern“, bestätigte Krüger nach dem Schlusspfiff diese Wahrnehmung vieler Beobachter.

Lettieri überrascht

Lettieri hingegen wollte davon nichts wissen. „Die Frage nach der Fitness stelle ich heute nicht“, so der Deutsch-Italiener, der es sogar schaffte, der katastrophalen und nicht drittligareifen Vorstellung seiner Mannschaft etwas Positives abzugewinnen. „Ich habe das Spiel nicht so schlecht gesehen wie viele andere“, lautete das überraschende Fazit des Fußball-Lehrers, der seiner Mannschaft, wie auch immer, „wieder Selbstvertrauen geben will“.

Gelegenheit dazu besteht bereits am morgigen Dienstag (Anpfiff: 19 Uhr), wenn die Bornheimer, die nur noch die bessere Tordifferenz von einem Abstiegsplatz trennt, bei Preußen Münster gastieren. Die vom langjährigen FSV-Trainer Benno Möhlmann betreuten Westfalen sind ähnlich schlecht aus der Winterpause gekommen wie die Frankfurter und liegen punktgleich mit den Hessen auf Rang 18.

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