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2:2 nach 0:2: Schalke schafft nächste Last-Minute-Aufholjagd

Den FC Schalke 04 darf in dieser Saison niemand vorzeitig abschreiben. Im Revierderby gegen Dortmund machte er aus einem 0:4 noch ein 4:4. Diesmal glich der Tabellenzweite immerhin einen Zwei-Tore-Rückstand in Frankfurt noch in letzter Sekunde aus.
Benjamin Stambouli (l) vom FC Schalke 04 kommt vor dem Frankfurter Ante Rebic an den Ball. Foto: Hasan Bratic Benjamin Stambouli (l) vom FC Schalke 04 kommt vor dem Frankfurter Ante Rebic an den Ball.
Frankfurt/Main. 

So hatten sich die Spieler und Fans von Eintracht Frankfurt ihr Weihnachtssingen nicht vorgestellt.

Gleich nach dem Schlusspfiff eines dramatischen Spiels wurde auf dem Videowürfel der Arena eingespielt, wie Boateng und Co. „Stille Nacht” zum Besten gaben. Im Stadion selbst sangen aber nur die Schalker. Mit 0:2 hatte der FC Schalke 04 am Samstag in Frankfurt bis zur 82. Minute bereits zurückgelegen. Dann brachte erst Breel Embolo den Tabellenzweiten in dieses Spiel zurück, ehe „Last-Minute-Experte” Naldo in der letzten königsblauen Sekunde dieses Bundesliga-Jahres noch zum 2:2 (0:1)-Endstand traf. „Das fühlt sich wie ein Sieg an”, sagte der erst in der 68. Minute eingewechselte Embolo.

Es lief bereits die fünfte Minute der Nachspielzeit dieser Partie. Erst schoss der Brasilianer Naldo den Ball aus 15 Metern ins Frankfurter Tor, danach liefen ausnahmslos alle Schalker Ersatzspieler und Betreuer jubelnd auf den Platz. Zuvor überprüfte Schiedsrichter Robert Kampka mit seinem Video-Assistenten noch die Rechtmäßigkeit dieses Treffers, danach pfiff er das Spiel sofort ab.

„Diese Spieler glauben bis zum Schluss an sich. Das macht einfach Spaß”, sagte Schalkes Trainer Domenico Tedesco, der den glücklichen Ausgleichstreffer seiner Mannschaft nicht einmal live mitbekommen hatte, weil er kurz zuvor von Kampka wegen wiederholten Reklamierens aus dem Innenraum des Stadions geschickt worden war.

Seine Schalker sind in dieser Saison die Experten für spektakuläre Aufholjagden. Gegen Borussia Dortmund machten sie sogar einen 0:4-Rückstand wett, weil ebenfalls Naldo in der Nachspielzeit das 4:4 gelang. „Dass diese Mannschaft eine außergewöhnliche Mentalität hat, wissen wir nicht erst seit heute”, sagte auch Sportvorstand Christian Heidel. „Es ist aber nicht unser Plan zu sagen: Lass die anderen ruhig mal zwei Tore machen, das holen wir sowieso noch auf.”

So unterschiedlich sich dieses Ergebnis für beide Clubs auch anfühlt: Mit ihrer Hinrunde in der Fußball-Bundesliga können Schalker wie auch Frankfurter sehr zufrieden sein. Die „Königsblauen” werden Weihnachten auf jeden Fall auf einem Champions-League-Platzt feiern. Und Eintracht-Trainer Niko Kovac sagte trotz des verspielten Zwei-Tore-Vorsprungs nach dem frühen Treffer von Luka Jovic (2.) und dem Hackentor von Sebastien Haller (65.): „Über 90 Minuten gesehen war es sogar ein glücklicher Punkt. Wir haben heute gegen einen sehr, sehr starken Gegner gespielt. Mit unseren 26 Punkten bin ich sehr zufrieden. Das haben uns viele Fachleute nicht zugetraut.”

Dramatisch wurde dieses Spiel vor 50.600 Zuschauern erst in den Schlussminuten. Vorher dominierte fast durchgehend der FC Schalke, ohne dabei aber besonders gefährlich zu werden. Frankfurt reichte zumindest 94 Minuten lang eine solide Abwehrarbeit. Die spielerischen Mängel der Eintracht waren erheblich.

Hinzu kam, dass ihre viel gelobte Einsatzbereitschaft und Kampfstärke diesmal in gleich mehreren Szenen in eine grobe Unsportlichkeit umschlug. Nach einer halben Stunde sah Jetro Willems für eine Schwalbe die Gelbe Karte. Ante Rebic war über diese Entscheidung so erbost, dass er sich nur eine Minute später ein übles Frustfoul gegen Maximilian Meyer leistete und mit Gelb noch gut bedient war.

Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic regte sich nach dem Spiel aber noch über etwas ganz anderes auf. Bereits nach 70 Minuten wurde auf dem Videowürfel beim Stand von 2:0 eine Blitztabelle eingeblendet. Die führte die Eintracht in diesem Moment auf Platz drei. Dabei blieb es bekanntlich nicht, und so kündigte Bobic an, „der Stadionregie die Ohren langzuziehen. Denn Hochmut kommt vor dem Fall.”

(Von Sebastian Stiekel, dpa)
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