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Löwen Frankfurt: Tormaschine mit wenigen Schwachstellen

Von Das Fazit der Eishockey-Löwen fällt nach knapp einem Drittel der DEL 2-Hauptrunde positiv aus: Die auf Platz zwei liegenden Frankfurter sind den Erwartungen gerecht geworden, haben pro Partie im Schnitt 2,13 Punkte und 4,4 Tore erzielt.
Löwen-Sportdirektor Rich Chernomaz Foto: JOACHIM STORCH (Pressefotografie Storch, Bad Hg.) Löwen-Sportdirektor Rich Chernomaz
Frankfurt. 

Es war sicher nicht alles Gold, was glänzte. Doch eines ist bereits klar geworden: Kommt die torhungrige „Löwen-Meute“ in Fahrt, dürfte es für jeden Gegner schwer sein, den Titelverteidiger zu besiegen. So wie schon in der entscheidenden Phase der Vorsaison ist es kaum vorstellbar, dass die Frankfurter in den Play-offs gegen einen Gegner vier von sieben Spielen verlieren könnten. Dazu ist der Kader vor allem in der Breite einfach zu stark. „Wenn sie fokussiert ihr Spiel finden, weiß ich nicht, wie sie zu stoppen sind“, sagte ein ratlos wirkender Gerhard Unterluggauer, Trainer der Heilbronner Falken, die am Ratsweg trotz einer 4:0-Führung dem „Hurrikan“ im Schlussdrittel hilflos ausgeliefert waren und mit einer 5:8-Niederlage die Heimreise antreten mussten.

Ähnliche Erfahrungen haben vor und nach ihm auch andere Widersacher machen müssen. Zwölfmal lagen die Löwen in 16 Spielen 0:1 zurück, neunmal haben sie die Partie dann noch gewonnen. Sechsmal gingen die Frankfurter mit einem Rückstand ins Schlussdrittel, fünfmal brachten sie noch die Begegnung zum siegreichen Ende. Das Torverhältnis von 27:16 im zweiten Drittel und von 26:12 im Schlussdrittel unterstreichen die gute Qualität, Moral und Kondition der Löwen, die mit 70 Treffern die produktivste Tormaschine der Liga sind. Bei niemandem sonst funktionieren die Special-Teams derart gut. Die Löwen spielen sowohl das effektivste Powerplay (Überzahl) als auch Penaltykilling (Unterzahl).

„Insgesamt liegen wir im Soll. Wir wissen aber, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um unser Optimum zu erreichen“, sagt Sportdirektor Rich Chernomaz. Wer die „Axt von Manitoba“ kennt, weiß ohnehin, dass für den Kanadier nur die Form bei den Play-offs zählt.

Bis dahin gilt es, die einzigen Schwachstellen los zu werden: Die Achillesferse ist der behäbige Start. Warum die Löwen einen Rückstand zum Wachrütteln benötigen, konnte bisher niemand beantworten. „Wüssten wir es, würden wir es längst ausgemerzt haben“, sagt der dienstälteste Löwen-Spieler Nils Liesegang. Dass der Kraftaufwand, den diese ewigen Aufholjagden kosten, irgendwann den Akku leer machen könnte, weiß jeder.

Das zweite Problem ist das typische „Chernomaz-Syndrom“. Egal ob als Coach oder Manager, bei seiner Auswahl bevorzugt „Cherno“ „echte Kerle“, möglichst mit kanadischen Wurzeln. Deshalb haben die Löwen in seiner Ära stets das kampfstärkste Team der Liga, aber auch die meisten Strafminuten auf dem Konto. Auch da gilt es, bis zu den Play-offs mehr Disziplin reinzubringen. Die Löwen verbrachten im Schnitt ein ganzes Spieldrittel auf der Strafbank. Das kostet Gegentore. Und wiederum viel Kraft.

Ein Problem könnte sich aus den starken Leistungen der Köln gehörenden Förderlizenzspieler ergeben. Der Kooperationspartner beorderte zuletzt Verteidiger Dominik Tiffels und Stürmer Lucas Dumont in sein DEL-Team. Sollte sich abzeichnen, dass dieser Zustand längerfristig wäre, den Löwen sogar ihre Play-off-Abwesenheit drohen würde, müsste man im Januar auf dem Transfermarkt tätig werden, um für das Projekt Titelverteidigung gerüstet zu sein.

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