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Basketball: Skyliners haben den Favoriten aus München nicht gestürzt - sich aber Respekt erspielt

Von Nach dem Play-off-Aus im Viertelfinale beginnen heute bei den Skyliners die Zukunftsgespräche mit den Spielern. Ein Fragezeichen steht möglicherweise hinter Erfolgstrainer Herbert.
Raus mit Applaus: Die Skyliners mit Tai Webster (von rechts), Richard Freudenberg und Isaac Bonga nach der Niederlage beim FC Bayern. Foto: Eibner-Pressefoto/Engelbrecht (imago sportfotodienst) Raus mit Applaus: Die Skyliners mit Tai Webster (von rechts), Richard Freudenberg und Isaac Bonga nach der Niederlage beim FC Bayern.
München. 

Dieser Moment ging unter die Haut. Als letzter Spieler seiner Mannschaft verließ Quantez Robertson das Spielfeld im Münchner Audi Dome. Den Kopf hatte der Kapitän der Fraport Skyliners nach dem Play-off-K.o. enttäuscht nach unten gesenkt – als plötzlich Beifall im weiten Rund aufbrandete. Der Applaus kam auch aus dem Fanblock des FC Bayern. Robertson schaute überrascht dorthin, deutete mit der Hand eine Geste des Dankes an – und verschwand in der Spielerkabine. Ein bemerkenswertes Zeichen des Respekts der gegnerischen Fans, das sich Robertson und seine Frankfurter Teamkollegen in der umkämpften Viertelfinal-Serie verdient hatten. Bis zuletzt hatten sie dem großen Favoriten aus München alles abverlangt, so dass sich auf der Tribüne Münchens Vereinspräsident Uli Hoeneß und Aufsichtsrat-Mitglied Martin Winterkorn schwer erleichtert zum Halbfinaleinzug gratulierten.

„Ich bin stolz auf meine Jungs“, sagte Robertson nach dem Saison-Aus. Der 33-Jährige, der seit 2009 in Frankfurt spielt und neben Rickey Paulding (seit 2007 in Oldenburg) zu den dienstältesten Profis der Basketball-Bundesliga zählt, war dennoch freilich mächtig geknickt. „Wir sind natürlich enttäuscht. Wir haben alles gegeben, was wir hatten“, sagte Skyliners-Trainer Gordon Herbert. Aber letztlich seien die Bayern eben einfach „ein sehr gutes Team. Sie haben einen siebenmal höheren Spieler-Etat als wir“. Herbert zog nach einem „harten Jahr mit vielen Verletzungen“ ein positives Fazit: „Wir haben einige junge Spieler ohne Bundesliga-Erfahrung integriert, haben die letzten Monate gut gespielt und sind immer stärker geworden.“

Doch internationaler Start?

Durch das Viertefinal-Aus haben die Skyliners die Qualifikation für Euroleague, Eurocup und Champions League verpasst. Als Tabellenachter der Hauptrunde könnten sie nächste Saison im viertklassigen Europe Cup antreten, den sie 2016 gewannen. „Grundsätzlich wollen wir nächste Saison europäisch spielen“, sagte Club-Chef Gunnar Wöbke. Derzeit sei es aber zu früh zu sagen, ob und in welchem Wettbewerb man antrete. Wöbke hofft vermutlich auf eine Wildcard für Eurocup oder Champions League.

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Skyliners Vor dem personellen Umbruch

Der Club sollte alle Anstrengungen unternehmen, Führungsfiguren wie Phil Scrubb und Tai Webster zu halten. Ein Kommentar von Harald Joisten.

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Unklar ist derzeit auch, wie der Kader nächste Saison aussehen wird. Dauerbrenner Robertson dürfte weiter dabei sein. Der Vertrag des US-Guards läuft noch bis Sommer 2019. Robertson wird seine Profi-Karriere wohl dort beenden, wo er sie auch begonnen hat: in Frankfurt. Ansonsten sind viele Personalien offen. Zwar besitzt der Club selbst bei den Führungsspielern Phil Scrubb und Tai Webster eine Option für ein weiteres Jahr. Doch der Vertrag erhält offenbar eine Ausstiegsoption für einen ausländischen Club. Außerdem würden die Skyliners in diesem Fall eine Ablösesumme kassieren und haben ihren Spielern bei gut dotierten Angeboten anderer Clubs bisher selten Steine in den Weg gelegt.

Dasselbe gilt für das große deutsche Talent Isaac Bonga. Sollte er im Sommer zum NBA-Draft antreten und dort ein Vertragsangebot von einem Club der US-Profiliga erhalten, wäre der 18-Jährige ebenfalls nicht zu halten. „Wir wissen nicht, ob er nächste Saison bei uns sein wird“, sagte Herbert. Noch sei nicht endgültig klar, ob Bonga in diesem Sommer beim Draft antreten wird. Für ihn besteht die Gefahr, seine Reputation in den USA zu gefährden, sollte er dort nicht überzeugen. Der Spielmacher könnte daher auch bis Sommer 2019 warten, bis er beim Draft antritt. Der Vertrag des Nationalspielers in Frankfurt läuft bis 2020.

Nicht ganz sicher scheint, ob Herbert nächste Saison tatsächlich weiter dabei sein wird. Der Kanadier drückte sich gestern etwas zweideutig aus. „Ich habe noch ein Jahr Vertrag in Frankfurt“, sagte der Meister-Trainer von 2004 zunächst. Auf Nachfrage, ob seine Rückenbeschwerden zu einem vorzeitigen Rücktritt führen könnten, antwortete der 59-Jährige: „Ich hoffe nicht. Ich schaue von Tag für Tag.“ Ob es somit unsicher sei, dass er weiterhin in Frankfurt bleibe? Herbert dazu: „Ich komme zurück nächste Saison.“ Der Coach gilt als wichtigste Personalie in Frankfurt und genießt bei Spielern und Club-Führung ein sehr hohes Ansehen.

Heute und am Montag werden Herbert und sein Stellvertreter Klaus Perwas mit den Spielern Gespräche führen. Laut Herbert wird es dabei „noch nicht zu Vertragsgesprächen kommen“. Zuerst will sich der Coach mit den Geschäftsführern Gunnar Wöbke und Thomas Kunz absprechen, welche Spieler gehalten werden sollen. „Wir wollen zuerst besprechen, wohin wir wollen“, so Herbert. Erst später im Laufe der nächsten Woche sollen die Vertragsgespräche mit den Agenten der Spieler beginnen. Priorität hat für die Skyliners, die derzeitigen Akteure zu halten. „Wir fragen zuerst unsere Spieler, was sie wollen. Dann schauen wir uns nach anderen von außen um“, so Herbert.

Fan-Treffen am Sonntag

Am Sonntag steht zudem noch ein Treffen mit den Fans von 15 bis 17.30 Uhr im VIP-Raum der heimischen Arena in Unterliederbach an. Am Dienstag werden die Spieler dann in die Sommerpause gehen. Ein bisschen enttäuscht. Aber doch erhobenen Hauptes.

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